The Royal Wedding: Pippa rechnet ab

3. Januar 2012 (18:24 h) – Tags: , , , , , ,


Da Natron ja nun ihren Abschlussbericht zur Hochzeit gemacht hat, mag ich auch schnell nachziehen und das schreiben was ich dazu noch sagen wollte.

Ersteinmal wollen wir uns einen Moment Zeit nehmen und das fertige Brautkleid in ganzer Schönheit andächtig genießen:

Es ist ja wirklich sehr schön geworden. Da lohnt sich jedes Rumgezupfe.

Ihr erinnert euch: Natron hatte das Kleid entworfen und ich habe es für sie genäht. Corsage und Weste aus elfenbeinfarbener Seide, Petticoat und Tüllrock aus fast 30 Metern Tüll. Dabei sind das eine oder andere Problem aufgetaucht, aber ich habe sie stur niedergekämpft und bin mit dem fertigen Kleid auch sehr zufrieden gewesen. Der Tüllrock war wirklich sehr bauschig (fürs Auto fast zu bauschig) und vor allem hat mir gefallen, wie viel Effekt die Corsage auch unter der eher lockeren Weste noch hatte. Zusammen mit Natrons roten Accessoires ein wirklich gelungenes Hochzeitsoutfit für das ich natürlich auch am Tag der Trauung die Verantwortung übernommen habe. Sprich, ich habe die Pippa Middleton gegeben und unermüdlich den Saum gerade gezupft bzw der Braut den Lippenstift nachgemalt.

Makeup und Frisur habe ich ihr ebenfalls gemacht, morgens im Hotelzimmer. Normalerweise reichen meine Stylistinnen-Talente gut für den Hausgebrauch, wenns wichtig ist kann ich mich aber auch mal ins Zeug legen. Das lernt man ja auch bei jahrelangen WGT-Besuchen ;)

Neben Frisur, Makeup und Kleid hat die Braut von mir auch noch ein Alternativoberteil für den entspannteren Teil der Feier bekommen. Das „Braut“-Shirt hat leider keiner so richtig gut von vorne fotografiert, dafür sieht man hier aber wenigstens Natrons Wechselschuhe. Ich bin ehrlich überrascht gewesen wie süß Shirt, Tüllrock und Turnschuhe aussehen. Kann vermutlich nicht jede tragen, zum eher unkonventionellen Style unserer Hamburgerin hat es aber wunderbar gepasst. Der Bräutigam wechselte entsprechend von Schlips und Kragen ins Metalshirt. 

A propos Metalshirt. Das war auch den Gästen als Ergänzung zum Anzug freigestellt. Trotzdem haben sie sich alle schick gemacht. Und die wiedervereinte Crew vom Metalcamp war mal ganz schnieke.

Zu Vergleich: So sehen sie normalerweise aus. Kaum wiederzuerkennen ;)

Bevor wir nun zum Trauzeuginnenkleid kommen, möchte ich euch noch was anderes zeigen. Die Royal Wedding-Tasse. Eine kleine Erinnerung für die Gäste der Trauung die Natron und Red sich ausgedacht haben. Das Design im Stil kitschiger Souvenirs für Hochzeitstouristen habe ich gemacht.

Dabei habe ich die royalen Wappentiere durch typische Accessoires aus dem Leben des Brautpaares ersetzt. Weil Tassen wirklich nicht so leicht zu fotografieren sind gibts hier die Entwurfszeichnung (Die Namen der Beiden habe ich verpixelt. Privatsphäre im Internet und so…):

Und nun werfen wir schlussendlich noch kurz einen Blick auf mein Kleid. Das TZK (Trauzeuginnenkleid) habe ich bereits im Frühjahr 2011 genäht. Weil wir bei der Hochzeit im Oktober zwar unglaublich schönes Sonnenwetter hatten, es aber natürlich keine 30°C mehr waren, habe ich noch eine kleine Strickjacke drüber getragen. Und dazu goldenen Schmuck.

Die Frisur war viel unkomplizierter als sie aussieht und ein Klacks im Vergleich zu Natrons Filmdiven-Locken. Mein Kleid aus Goldbrokat neigt leider dazu Fotos durch sein aufdringliches Reflektieren zu verderben. Aber eins hab ich doch:

Und hier, weils so schön ist, noch ein ganz staatstragendes Bild von der Trauung.  Ich durfte Natrons Blumen halten und meine Gefühlslage beim Ja-Wort könnt ihr an meinem Gesicht ablesen: Quietschgerührt.

Nun sind Natron und Red also verheiratet. Ich bin froh, dass ich zur Hochzeit was beitragen konnte und wünsche den beiden eine wunderbare, liebevolle Zukunft.

Meine irrationale Sorge, die beste Freundin durch ihre Hochzeit irgendwie „hergeben“ zu müssen, hat sich übrigens nicht erfüllt. Natron und ich sind immernoch genauso dicke wie zuvor. Und genauso albern:

Party on, Goldmarie!

15. Mai 2011 (12:17 h) – Tags: , ,

So, hier ist es jetzt also, mein Trauzeuginnenkleid für die Hochzeit von Natron und Red. Hab mich zum Fotografieren sogar mal hübsch gemacht. Hier sind die Bilder.

Ist es nicht ganz und gar entzückend? Der Rocksaum statzelt wie bei Burda, meine Lösung mit den Führungsbändchen für die BH-Träger ist voll aufgegangen und auf dem seitlichen Foto weiter unten sieht man, wie strebermäßig grade der Saum durch die Längenkorrektur an der Taille geworden ist. Und der dankbare Brokat verbirgt meine Hexenstiche am Saum auch von Nahem vollends.

Wir sehen allerdings, dass ich zu ungeduldig war, was das Fotografieren des Kleides angeht. Es ist hier nämlich noch nicht gebügelt. Daher kommen die kleinen Falten an den Teilungsnähten des Oberteils und der noch leicht beulende Saum. Inzwischen habe ich gebügelt und beide Stellen haben sich auf das Schönste geglättet. Ihr müsst euch das einfach in makellos vorstellen. Ganz glatt trage ich das Kleid dann bei der Hochzeit.

Die Schuhe, ja, das kann man einwenden, die passen natürlich nicht wirklich dazu. Hab sie nur angezogen weil sie die einzigen Hellen in meinem Schrank sind. Die sind silberfarben und schon ziemlich abgerockt. Aber sowas ähnliches (Plateau, Blockabsatz, keine zu dünnen Riemchen) in goldfarben, braun, creme oder cognac schwebt mir als Schuhwerk zu dem Kleid vor. Hätte ich vielleicht auf einem Foto mal umfärben können. Einen kleinen Cardigan in braun könnte ich mir auch noch besorgen, falls es etwas kühler wird.

Ich hab auch schon das kleine goldene Handtäschchen rausgeholt. Das nehm ich auf jeden Fall zu dem Kleid. Das hat meine Mutter in den Sechzigern zu einem (ganz unglaublichen) Abendkleid getragen. Es hat halt nur so ein kurzes Kettchen, damit kann man die Tasche höchstens ums Handgelenk hängen. Und da wird sie mich endlos nerven. Also denke ich, da wird noch eine lange Kette für über die Schulter drankommen.

Bei Frisur und Makeup habe ich noch nichts festgelegt. Zumindest Letzteres wird auch gar nix Großartiges werden. Für diese Fotos habe ich die Haare so ähnlich gemacht wie sie das Model auf den Fotos vom Paule Ka Complet trägt. Normalerweise hängen bei mir seitlich immer Strähnchen raus, die habe ich hier versucht wegzustecken. Ungewohnt, aber man sieht gleich viel ordentlicher frisiert aus. Bleibt noch die Frage: goldenes Septum/Tunnel oder Septum wegklappen und Tunnel neutral? (Ich neige ja zu Ersterem…)

Zielgerade mit Aussicht auf Goldmedaille

12. Mai 2011 (15:12 h) – Tags: , ,

Meine Damen und Herren, es wird ernst. Das TZK und ich, wir sind so gut wie fertig miteinander. Lediglich der Saum muss noch gemacht werden. Den nähe ich ja per Hand, mit Hexenstichen. Eine tolle Aufgabe für langweiliges Fernsehprogramm, das hebe ich mir noch auf. Alle anderen Details kann ich aber schonmal zeigen.

Fürs Protokoll: Der von mir verwendete Schnitt ist Kleid 108 A aus Burda 05/11. Ein Kurzgrößenschnitt den ich verlängert habe. Außerdem habe ich das Kleid komplett gefüttert (nicht nur das Oberteil), den Armausschnitt leicht verändert und ein Detail an den Schultern angefügt. Mehr dazu weiter unten.

Der Oberstoff ist ein Glücksfund vom Türkenmarkt, Goldbrokat. Das Futter ein farblich passender Polytaft. Wie man sieht, hat das TZK  einen nahtverdeckten Reißverschluss in der rückwärtigen Mitte, den einzunähen ich eigens für dieses Kleid erlernt habe.

Er ist auch sehr schön verdeckt geworden. Da die Farbauswahl bei nahtverdeckten Reißverschlüssen kleiner zu sein scheint als bei normalen, passt der Ziehnippel farblich nicht ganz optimal. Man könnte ihn austauschen oder bemalen. Oder einfach ignorieren.

Hier sehen wir die rückwärtige Mitte des Taillennaht. Beim Einnähen des Reißverschlusses haben sich die beiden Hälften um zwei Millimeter gegeneinander verschoben. Ich habe bereits zwei Mal getrennt und neu genäht, es lässt sich nicht so einfach beheben. Ich mag perfektionistisch sein, aber mich stört diese Ungenauigkeit. Alle anderen Nähte habe ich gut aufeinandertreffen lassen, nur hier hat es nicht funktioniert. Gut, es ist einer meiner ersten nahtverdeckten Reißverschlüsse, aber trotzdem. Ich werde es jetzt so lassen, vermutlich sieht es außer mir ohnehin niemand. Aber ärgern tuts mich doch.

Innen habe ich das Futter von Hand an den Reißverschluss genäht. Ich liebe die ordentliche Innenansicht die gefütterte Kleidungsstücke haben. Dass man dafür Zeit und Mühe in Handnähte investieren muss, soll mir nur Recht sein. Schneiderkunst ist halt auch Handwerk.

Aussen hat das Kleid keine einzige sichtbare Naht. An Arm- und Halsausschnitten sind Futter und Oberstoff verstürzt. An diesen Kanten ist das Futter mit Bügeleinlage verstärkt damit sich hier nichts verziehen kann. Ich wollte nicht den Oberstoff bebügeln weil sich die Einlage vermutlich in der borkigen Struktur des Brokats abgezeichnet hätte.

Die winzigen Schulternähte haben es in sich. Sie werden erst nach dem Verstürzen der Ausschnitte geschlossen, sonst lässt sich das Kleid ja nicht mehr wenden. Das Futter muss man hier also von Hand zusammennähen. Es ist fast ein wenig schade, dass ich keinen Schnitt mit Ärmeln verwendet habe. Der Goldbrokat lässt sich so dermaßen gut einhalten, dass das vermutlich meine ersten Ärmel ohne Fältchen geworden wären.

Das ist die Innenansicht der Schultern. Ich habe hier mit dem Futter noch ein kleines Bändchen eingenäht. Von Hand, man sieht meine Stiche von innen noch recht deutlich. Unter dem Bändchen sollen später die (aushakbaren) BH-Träger durchgefädelt werden damit sie zum Einen nicht verrutschen und dann zu sehen sind, und zum Anderen damit durch den BH das Oberteil des Kleides noch etwas gespannt wird und nicht zusammenrutscht und dann in der vorderen und hinteren Mitte am Ausschnitt wegsteht.

Insgesamt bin ich schon ein wenig stolz auf meine Arbeit am TZK und die Ergebnisse. Ich habe mir dafür Zeit gelassen und mit Sorgfalt gearbeitet. Ich habe gelernt wie man Schnitte verlängert oder kürzt und wie der nahtverdeckte Reißverschluss ohne Spezialfuss einzunähen ist. Das ist mein erstes Cocktailkleid und das Ergebniss von mehr als zehn Jahren autodidaktischen Nähens. Ich weiß, dass Schnitt und Stoff nicht Jedermanns Wahl wären, aber ich glaube, für mich ist das genau das richtige Kleid um eine der wichtigsten Personen in meinem Leben auf ihrer Hochzeit zu begleiten. Wie ich dann im TZK aussehen werde, erfahrt ihr aber erst im nächsten Post. Wenn der Saum fertig ist ;)

Gold und pink

3. Mai 2011 (16:37 h) – Tags: , ,

Formband habe ich also nochmal neues gekauft. Manchmal muss man halt auch mal in Qualität investieren, da beißt die Maus keinen Faden ab. Mit dem Markenprodukt von Vlieseline sah das Futter auch gleich viel besser aus.

Um Teleris Frage vom letzten Post zu beantworten: Ich glaube, dass das Formband mit dem Kettstich auf die Nahtlinie gebügelt gehört. Ich mache es aber auch oft so, dass ich das Band komplett innen neben die Nahtzugabe bügle. Habe ich so gemacht bevor ich gelesen habe, dass es mit dem Kettstich auf die Nahtlinie gehört. Und Gewohnheiten werd ich nur schwer los ;)

Ich habe beim TZK jetzt alle Teile Goldbrokat zusammengefügt und an der Puppe sieht es schon sooo Sechziger Jahre aus! Hach! Ich freu mich schon auf das Kleid. Als nächstes gehört jetzt das Futter an den Arm- und Halsausschnittkanten angenäht.

Hier sieht man wie viel Mühe ich in das genaue Aufeinandertreffen der Nähte von Oberteil und Rock investiert habe. Wenn schon, denn schon. An der waagerechten Naht sieht man, wie sich die Einstichstellen minimal auseinanderziehen. Da hätte man Einlage aufbügeln können. Die hätte man aber wohl auf der Vorderseite durchgesehen, deshalb habe ich das nicht gemacht. Ich werde aber die Nahtzugaben der waagerechten Naht von Oberstoff und Futter zusammennähen, dann hält das Futter den Oberstoff ein wenig und es sollte sich nicht weiter verziehen.

Nun muss ich erstmal ein oder zwei andere Projekte dazwischenwerfen an denen ich das Einnähen von nahtverdeckten Reißverschlüssen weiter üben kann. Da wäre schon einiges konkret angeplant. More to follow soon.

Neben der Arbeit am TZK helfe ich momentan bei meiner Mutter den Flur zu renovieren und alle Türen zu streichen. Als kleines Danke habe ich gestern von Mama diesen wunderbaren Strauß mit Päonien und Phlox bekommen und zu Hause mit den selbergekauften Gerbera bekanntgemacht. So schön pink! Und wie der Phlox duftet! Und die Päonien liebe ich ja sowieso.

Endlich mal wieder Kunstfaser!

28. April 2011 (18:44 h) – Tags: , ,

Neulich habe ich das Probeteil fürs Trauzeuginnenkleid (ab jetzt kurz TZK genannt) nochmal geändert, hinten die Taille ein wenig tiefer gelegt, an der Brust noch etwas Weite rausgenommen und den Armausschnitt verkleinert. Heute habe ich diese Änderungen auf den Schnitt übertragen und dann mutig angefangen den Goldbrokat zuzuschneiden.

An einem Teststück habe ich Nähen, Bügeln und Säumen ausprobiert und erfreulicherweise macht nichts davon wirklich Schwierigkeiten. Ich hatte befürchtet, dass der Brokat beim Bügeln seine borkige Struktur verlieren würde, aber die ist glücklicherweise nicht totzukriegen. Säumen werde ich das Kleid am Ende von Hand, wenn ich die Hexenstiche noch etwas übe wird davon auch nichts zu sehen sein.

Das Futter habe ich auch gebügelt und zugeschnitten. Normalerweise arbeite ich fast nur mit Naturfasern, aber beim TZK sind die Metallfäden vermutlich noch das Natürlichste. Insofern war ich nicht darauf vorbereitet, dass der Taft sich so schnell statisch aufläd. Das nervt ein wenig und ich befürchte, dass der Unterrock später lieber an den Beinen kleben wird, als dem Rock den nötigen Stand zu verleihen. Dem werde ich versuchen mit Sprühstärke entgegenzuwirken und ansonsten das Beste hoffen. Im allergrößten Notfall könnte man noch einen leichten Petticoat drunterpacken.

Bei Burda wird nur das Oberteil vom Kleid gefüttert, ich möchte aber, wie gesagt, das ganze Kleid füttern. Außerdem werde ich die Bügeleinlage nicht auf den Oberstoff bügeln sondern lieber auf das Futter. Sicher ist sicher. Burda sagt, ich sollte alle Arm- und Halsausschnittkanten mit Vlieseline Formband bebügeln. Ich überlege auch noch die Taillennaht zu verstärken. Aber erstmal muss ich Vlieseline Formband kaufen.

Das geht nämlich nicht. Das ist meine Sparversion an Formband. Viel billiger, aber auch nicht so stark zu formen. Wie man sieht, verzieht sich der Futterstoff und auf die rechte Seite scheint das dunkle Band auch durch. Nagut, war ein Versuch. Teil neu zuschneiden und Markenprodukt kaufen. Gnarf.

Verdeckte Ermittlungen

25. April 2011 (16:10 h) – Tags: ,

Nachdem ich das ganze bisherige Osterwochenende sonnenbrandgefährdet draußen verbracht habe, bin ich heute zuhause geblieben und habe ein bisschen aufgeräumt und ein bisschen Nähkrams erledigt. Zuersteinmal habe ich meine inzwischen vermutlich schon fast zehn Jahre alte Lieblingsjeans geflickt. Lieblingshosen kann man ja nicht wegschmeißen, deshalb nähe ich da beharrlich Flicken drunter bis die ganze Hose nur noch aus Zickzackstichen und Denimfitzeln besteht ;)

Dann habe ich mal den nahtverdeckten Reißverschluss ausprobiert. Ich hatte ja neulich ein Modell gekauft um mal zu testen wie der sich ohne Spezialfuß einnähen lässt bevor ich das ganze bei meinem Trauzeuginnenkleid ernsthaft umsetzen muss. Ich habe mich an diese Anleitung bei der Hobbyschneiderin gehalten. Und das hat auch wunderbar geklappt.

Wie wir sehen, ist der knallpinkfarbene Testzipper nicht mehr zu sehen. Nur der Ziehnippel guckt raus. Da die Farben von Zipper und Oberstoff beim Kleid besser abgestimmt sein werden, wird das auch viel besser aussehen.

So weit kann man den Reißverschluss unter viel Zug sichtbar machen. Ich glaube, das lässt sich gar nicht vermeiden, in die ineinandergreifenden Zähnchen kann man ja gar nicht reinnähen. Auf dem Kleid wird aber auch kaum so viel Zug sein. Dann hätte ich wohl schon beim Schnitt was falsch gemacht.

Und so sieht die ganze Sache von innen aus. Man sieht hier nur die Hilfsnähte mit denen ich erstmal Zipper und Stoff verbunden habe, bevor es dann an die Naht ganz nah an den Zähnchen ging. Diese letztere sieht man nicht, die ist unter den leicht überstehenden Zähnchen verborgen. Das goldene Kleid wird ja gefüttert, also wird der Zipper von innen weniger zu sehen sein und die Hilfsnaht auch nicht. Ich habe festgestellt, dass der ohnehin nicht ganz topaktuelle Reißverschluss/Gimpenfuss der Necchi nicht ganz so optimale Ergebnisse erzielt wie der Fuss mit dem man einen Elastikfaden übernähen kann. Bei moderneren Maschinen wird aber wohl ein Reißverschlussfuss völlig taugen.

Also, war gar nicht schwer. Machen wir jetzt öfter :)

Trau schau wem

17. April 2011 (17:42 h) – Tags: , ,

Heute habe ich das geplante goldfarbene Trauzeuginnenkleid mal probegenäht. Dazu musste ich erstmal den Kurzgrößenschnitt verlängern. Zum Glück hat Burda hier genau erklärt wies geht, mein altes Nähbuch wollte die zusätzliche Länge fürs Oberteil nämlich komplett unterhalb des Armausschnitts anbringen. So habe ich den Armausschnitt nur wenig (7mm) und den Bereich zwischen Arm und Taille ein bisschen mehr (13mm) verlängert. Den Rockteil habe ich ebenfalls auseinandergeschnitten und drei Zentimeter Länge zugegeben. Hätte man natürlich auch am Saum anfügen können, aber dann hätte sich die Form des Rockes leicht verschoben. Insgesamt war die Längenänderung wirklich nicht schwierig und ich denke, das werd ich in Zukunft wohl noch öfter machen.

Was mir beim Rumhantieren mit dem Schnitt auch gleich aufgefallen ist: Der hat gar keine Seitennähte! Deshalb hat Burda den Reißverschluss wohl in die hintere Mitte gesetzt. Und ich dachte, ich wäre schlau und könnte den nicht-nahtverdeckt in der Seite unterbringen. Jetzt werde ich auch keine Seitennaht hinzwingen, das sieht nämlich eigentlich ganz schön aus so. Muss ich wohl nochmal einen nahtverdeckten Zipper kaufen und nachschauen wie man den ohne Spezialfuß eingenäht bekommt. Hab ich noch nie gemacht, aber man wächst ja an seinen Herausforderungen.

Wie wir sehen, sitzt das Probeteil schon ziemlich gut. Ich habe hier einen relativ steifen Baumwollstoff mit unfotogenem Karomuster verwendet weil ich meine, dass der mit Taft unterfütterte Goldbrokat auch eher steif fallen wird und das ja auch beim Originalmodell so beabsichtigt ist. Die Taillennaht sitzt genau auf Taille, da ist die Längenänderung also voll aufgegangen. Brust sitzt auch und mit der Rocklänge bin ich vollauf zufrieden.

Auch von hinten gibt es nix zu meckern, ausser dass der Reißverschluss dringend verdeckt sein sollte. Der Saum beult beim Probeteil noch ziemlich, den habe ich nämlich nicht genäht sondern nur umgebügelt und festgesteckt. Hinten in der Mitte könnte er einen oder zwei Zentimeter länger sein, das sieht bei der Seitenansicht noch etwas schief aus.

Ich werde innen an die Schultern kleine Führungsbändchen anbringen durch die man die BH-Träger fädeln kann. Dann rutschen erstmal nicht immer die Träger unter den schmalen Schultern raus, sondern das Oberteil sitzt auch besser wenn es etwas nach aussen gespannt wird. Man sieht es hier nicht so gut, aber ich habe schon überlegt, am Ausschnitt in der hinteren und vorderen Mitte jeweils einen Zentimeter rauszunehmen damit der Stoff da nicht vom Körper wegsteht. Das muss ich Natron mal live vorführen und ihre Meinung einholen.

Insgesamt bin ich aber mit dem Probeteil sehr zufrieden. Die Längenänderung hat super funktioniert und der Schnitt gefällt mir genäht und an mir auch sehr gut. Die stark geschwungenen Prinzessnähte machen eine tolle Figur und obwohl das Kleid eher locker sitzt sieht es nach schmaler Taille aus. Mädchenhaft, retro, unkompliziert. Was will man mehr?

Uli vs Paule

15. April 2011 (17:27 h) – Tags: , , ,

Die erfreuliche Burda 05/11 hat mir neben flattrigen Hippiekleidern für meine bunten Druckstoffe und einem sehr gut frisierten Herren in der Retro-Strecke auch die Lösung für das Trauzeuginnenkleid geliefert. Ihr erinnert euch, bei der Hochzeit von Natron und Red werde ich Trauzeugin sein. Mir gefiel schon beim ersten Durchblättern des aktuellen Heftes das Kleid 108 A (nochmal das Modellfoto, man erkennt aber wenig). Das ist zwar eine Kurzgröße und ich habe exakt Burdas Normal-Körpergröße, aber ich traue mir durchaus zu, das zu ändern. Ich mag den schlichten Schnitt, den Bateau-Ausschnitt und natürlich auch den entzückend schönen Jacquard, den Burda für das Kleid verwendet hat. Der ist bei Alfatex schon wieder ausverkauft, war aber auch nicht wirklich preiswert. Ich hatte da aber noch so einen türkis-goldfarben-schimmernden Jacquard vom Türkenmarkt im Hinterkopf.

Den Jacquard habe ich heute auch gefunden, allerdings nur in violett-golden, grün-golden und orange-golden. Und ich hatte mich auf türkis eingeschossen. Also habe ich ihn nicht mitgenommen. Aber, siehe da, ein paar Stände weiter, DER Stoff. Goldbrokat. Sechziger-Jahre-Uli-Richter-Goldbrokat. Der ideale Stoff für einen so schlichten Schnitt. Hat Stand, macht ordentlich Schau, erinnert mich an mein sagenhaftes Holokleid und das Original-Sixties-Ballkleid in meinem Schrank und passt perfekt zu den kupferfarbenen Haaren. Ich hätte sogar schon die passende Handtasche (auch aus den Sechzigern) in meinem Bestand.

Und weil der Markt heute was gutzumachen hatte, bot er mir auch gleich den perfekten Futterstoff und einen farblich kongenialen Reißverschluss. Das wird sooo umwerfend schön, das Kleid!

Nun weiß ich, was ihr einwerfen wollt. Gold, zu einer Hochzeit! Brokat, und die Braut ohne jegliches Glitzer! Die Möglichkeit, in so einem Kleid zu auffällig gekleidet zu sein, ging mir natürlich auch durch den Kopf. Also habe ich als allererstes Rücksprache mit Natron gehalten, den Stoff fotografiert und vorgezeigt. Und Natron hat meinen Plan abgenickt. Ostern sehen wir uns, dann zeige ich ihr den Stoff nochmal im Original und sollte es am Ende doch wider Erwarten zu grell sein, dann muss das Kleid halt auf eine andere Gelegenheit warten, nähen will ich es auf jeden Fall.

Als Alternativen stünden ja noch das Versacekleid aus meiner ersten Überlegung und das damals schon angesprochene Complet nach Paule Ka zur Wahl. Inzwischen habe ich die betreffende Burda zurückerobert, also zeige ich euch auch wovon ich rede. In der Burda 09/04 (ja, das ist lange her!) gab es einen Junge Avantarde Schnitt vom französischen Designer Paule Ka. Ein Shiftkleid und passender Mantel mit miederartigen Taillendetails und viel Retro-Charme. Als ich das sah, wußte ich sofort: Das ziehe ich an wenn mich mal jemand auf eine Hochzeit einläd!

    

Ich finde es auch nach wie vor wirklich zauberhaft. Auch dieser Rosaton! Aber genau da liegt das Problem. Hätten die beiden Hamburger im letzten Jahr geheiratet, als ich noch schwarze Haare hatte, wäre ich sofort losgezogen und hätte roséfarbene Stoffe gesichtet. Heute habe ich kupferfarbene Haare und es will keine Farbe so recht dazu und gleichzeitig zum Kleid passen. Deshalb, und vielleicht auch weil er eine Nuance zu seriös wirkt, muss Paule erstmal auf die Ersatzbank und ich fange mit einem Probeteil für die Verlängerung des Murkelgrößenschnittes an.

Auch noch kein Plan

18. Februar 2011 (14:12 h) – Tags: , , ,

Da ich unsere bisherigen Ideen zu Natrons Hochzeitskleid noch nicht verraten darf, reden wir doch mal über *mein* Kleid. Ich werde nämlich nicht nur Natrons offzielle Hochzeitsschneiderin, sondern auch ihre Trauzeugin sein. Was also ziehe ich an?

Als vor vielen Jahren weit und breit noch keine Hochzeit in Sicht war, gab es in der Burda 09/2004 einen Designerschnitt vom französischen Label Paule Ka. Das war ein Shiftkleid mit miederartigen Nähten und ein dazu passender Mantel. Zusammen ein schöner Sixties-Look. Wenn das Heft nicht bei Natron in Hamburg läge oder das Internet wenigstens was ausspucken würde, dann würde ich euch gerne zeigen wie’s aussah. In der Burda hatten sie das Ensemble in rosé genäht, das Model hatte die schwarzen Haare zu einem Dutt hochgesteckt. Genau das war Jahre lang meine Vorstellung eines perfekt gekleideten Hochzeitsgastes. Etuikleid und schmaler Mantel mit Dreiviertelärmeln in rosé.

Mit dieser Idee habe ich auch erstmal angefangen. Nur bin ich ja nicht mehr schwarzhaarig. Rosé geht gar nicht zu meinen kupferfarbenen Haaren. Also suchte ich eine andere Farbe. Und fand keine. Ecru? Zu weiß. Taubenblau? Zu schmutzig. Marine? Zu Stewardess. Das Kleid und der Mantel würden nur in Pastelltönen funktionieren. Die aber wiederum nur sehr schwer zu meiner Haarfarbe. Außerdem… ein bisschen weniger streng dürfte es schon sein. Ich knickte also die Idee von Paule Ka.

Meine nächste Version habe ich auf der Farbe aufgebaut. Eine Farbe, die mir momentan wirklich gut steht. Khaki. Braun. Dunkelblau. Ja, schwarz auch, aber das doch nicht auf einer Hochzeit! Ich blieb bei khaki hängen, und da ploppte Versace mit dem Flatterkleid vom Herbst/Winter 2003 in meinen Kopf. Das Kleid hat was süßes Waldfeenhaftes, ich hatte es 2004 mal live gesehen und Beyoncé die ich für ihre damalige Figur sehr mochte, hat es bei den MTV Movie Awards 2003 auch getragen (diese ganzen Informationen verdanke ich übrigens meinen Usern).

Soweit also die Grundidee. Herr Versace hat das Kleid hinten auch geschnürt (ohne Schnürlasche!) und vorne unter die Satinbänder offensichtlich nur Seidenchiffon drapiert. Beyoncé hatte jedenfalls alle Mühe, ihre Brust darin zu verpacken. Also bitte, das geht gar nicht. Ich würde, wenn wir mal spaßeshalber davon ausgehen, dass ich so ein Kleid nähen würde, das ganze Oberteil auf einer unterliegenden Corsage aufbauen. Darüber die aufgesetzte Corsage (hinten geschlossen) und den Chiffon drapieren. Die sichtbaren D-Ringe finde ich nicht ganz optimal. Zugegeben, dadurch liegt das breite Schnürband schön glatt und knautscht nicht, aber man könnte die Ringe sicher auch verstecken.

Ich finde die Farben und den etwas vertieften Ausschnitt bei Versaces Promofoto schöner als Beyoncés Version, das könnte man dann entsprechend hinfummeln. Beim Rock könnte ich auf einen Schlitz verzichten, dafür lieber mehr Flatterlagen.

Weil ich meinen rechten Fuß vorgestern auf geradezu bekloppte Weise verletzt habe und ihn schonen muss, habe ich mal einen Entwurf gezeichnet. Der ist noch alles andere als entgültig, nur eine erste, noch sehr versace-mäßige Idee. Fürs Protokoll weise ich kurz darauf hin, dass dies meine erste komplett am Rechner erstellte Zeichnung ist („Look Mum, no pencil!“). Die Schattierungen habe ich ohne Highlights und die Farben ohne Abtönungen gemacht. Nur mal so.

Und wie ihr seht, habe ich dann mit den Farben rumgespielt. In khaki war der erste Entwurf. Da könnte man die sichtbare Corsage aus etwas Velourlederähnlichem machen, für den Waldfeen-Look. Und dazu so niedliche Peter-Pan-Stiefelchen. Dann probierte ich Goldtöne aus (rechts). Und dann kam Natron und sagte, ich könnte ja auch Saristoff statt Seidenchiffon verwenden, das wäre irgendwie auch „ich“. Also habe ich die Idee von neulich virtuell zerrupft und neu zusammengesetzt. Das ist schon ein bisschen sehr… heftig, oder? Süß und so, klar, aber vielleicht ein bischen zu „Look at me!“ für die Hochzeit von jemand anderem.

Ihr seht, ich habe momentan noch weniger als einen konkreten Plan. Ich fände was entspanntes, hippiemäßiges süß. Eher keinen langen Rock und nichts zu strenges. Warme Farben, so orange, gold, braun, khaki. Wobei ich da noch nichts wirklich ausschließen möchte. Nur weiß ist raus ;)