We do bright.

6. Dezember 2013 (15:05 h) – Tags: , ,

Musik: Falconer - Stand In Veneration | Stimmung: As storms tear up the sky

In der Küche brauche ich noch mehr Stimmungsbeleuchtung. Der Lichtervorhang, der momentan im Fenster hängt, macht genau das richtige Partylicht, aber den kann ich ja auch nicht immer hängen lassen.  Da muss ich mir noch was einfallen lassen. Was ich neulich gebastelt habe fällt zwar in die Kategorien „Beleuchtung“ und vor allem „Stimmung“, ist aber natürlich nicht hell genug.

Soll auch mehr ein Dekoobjekt sein. Die Idee speist sich aus drei Quellen. Einmal diesem Spruch, den ich als sehr passend für meine Freunde, Natron und mich empfinde. Den Beleuchtungsaspekt brachte diese illuminierte Leinwand dazu, und weil mich die sichtbaren Pinselstriche dabei störten, habe ich den Leuchtkasten dann eher so gebaut wie Natron ihren Durchpausassistenten.

Das war mein Ausgangsmaterial: Schwarzer Karton, ein tiefer Bilderrahmen und eine Microlichterkette. Ikea hat auch Bilderahmen wo die Rückwand hinten in den Rahmen gesetzt ist und nicht direkt hinter das Glas. So einer wäre natürlich noch besser geeignet, aber ich hatte die nur in quadratisch gefunden und mir gleichzeitig ein rechteckiges Format unverrückbar in den Kopf gesetzt.

Den Spruch habe ich digital aufbereitet und gespiegelt ausgedruckt. Dann konnte ich ihn auf die Rückseite des Kartons kleben und mit viel Muskelkraft und einem Cutter ausschneiden. Dünnere Pappe schneidet sich leichter, lässt aber eventuell auch Licht durch. Die Inseln aus den Buchstaben D, O und A muss man natürlich aufheben.

Hinter den schwarzen Karton habe ich dann normales weißes Schreibpapier geklebt um das Licht zu streuen und meine Inseln wieder zu befestigen. Vorher hatte ich die Schnitttiefe der schwarzen Pappe an allen Buchstaben und Inseln mit schwarzer Wasserfarbe angemalt. Wenn der Karton durchgefärbt ist kann man sich das natürlich sparen.

In den Rahmen stapelte ich dann Glas, schwarze Pappe und das zugeschnittene Passepartout um die Sache von der Rückseite zu stabilisieren. Das halten die Metallstifte die sonst die Rückwand des Bilderrahmen rangedrückt hätten.

Auf die Rückwand habe ich aber erstmal meine Lichterkette aufgeklebt, einfach mit Klebeband. Hier beweist sich die Microkette, die eigentlich nur ein Kupferdraht mit in Klebepunkten aufgesetzten Dioden ist.

Aus Resten vom Passepartout habe ich dann Abstandshalter zugeschnitten um die Rückwand mit der Beleuchtung hinten in den Rahmen bauen zu können, nicht direkt hinter meinem „Bild“ wie der Rahmen es ja eigentlich vorsieht.

Das hat auch prima funktioniert und die Rückwand konnte ich dann einfach mit schwarzem Gaffa am Rahmen festkleben. Ich habe jetzt keinen Aufhänger dran, aber ich kann mir vorstellen, dass man in den Rahmen vielleicht Reißzwecken drücken kann und dazwischen eine Schnur befestigen die dann zum Aufhängen taugt.

Erstmal steht das Leuchtbild aber lässig auf dem Kühlschrank, wo praktischerweise auch gleich eine Steckdose parat ist. Sonst gäbe es die Lichterketten aber auch mit Batteriepack.

Vielleicht hänge ich das Ding noch irgendwo zwischen die Poster, hier gefällt es mir aber auch ganz gut. Die nächste Party ist schon angeplant, die soll es erstmal beleuchten.

Tutorial: Säumen mit der Flatlocknaht

24. Oktober 2011 (19:05 h) – Tags: ,

Da ich neulich herausgefunden habe, dass eigentlich jede Overlock/Kettelmaschine eine Flatlocknaht nähen kann und man damit ganz wunderschöne, dehnbare Säume bei Jerseystoffen machen kann, möchte ich euch dieses Wissen natürlich nur ungerne vorenthalten. Wie also funktioniert die Flatlocknaht?

Die Naht beruht auf zwei Faktoren. Einer davon ist die Art und Weise, in welcher der Stoff gefaltet wird, die andere ist die Einstellung der Kettelmaschine.  Fangen wir mit der Stofffaltung an.

Normalerweise näht die Kettelmaschine nur an der Kante eines Stoffstücks entlang. Auch wenn man das Messer wegklappt kann sie nicht mitten auf einem Stoff nähen. Dass die Flatlocknaht an jede beliebige Stelle eines Stoffstücks zu setzen ist, beruht einzig und alleine darauf, dass sie entlang der Kante eines gefalteten Stoffes genäht wird und wenn der Stoff danach entfaltet wird, zieht sich eine glatte, coverlock-ähnliche Naht auf.

Um einen Flatlock-Saum zu nähen faltet man den Stoff entsprechend der Abbildung auf dem Foto. Die linke Stoffseite zeigt nach oben. Darunter wird, sagen wir mal, ein Zentimeter Stoff in Richtung des Nähguts eingeschlagen. Die Breite dieser Falte ist der Abstand, den die Naht später zur Unterkante des Saums haben wird. Dann wird der restliche Stoff wieder in die andere Richtung zurückgefaltet, er sollte etwas über die Kante überstehen.

Das ist die Voraussetzung für die Flatlocknaht. Genau so führt ihr den Stoff auch unter die Maschine. Das Messer schneidet knapp neben dem rechten Faltenumbruch, so dass nur die eine Lage überstehenden Stoffes weggeschnitten wird und die Naht eben jenen Faltenumbruch überdeckt.

Versucht, nicht in den Faltenbruch zu schneiden. Das erfordert etwas Übung, ist meiner Meinung nach aber machbar. 

Bevor wir nun aber überhaupt anfangen zu nähen, müsst ihr die Kettelmaschine noch entsprechend präparieren. Die Flatlocknaht erfordert ganz andere Fadenspannungen als eine normale Kettelnaht.

Wir nähen mit drei Fäden, die Nadel in der rechten Position. Normalerweise nähe ich mit linker Nadel, ich muss also immer daran denken, die Nadel umzusetzen. Die Fadenspannungen sollten wie folgt aussehen: Nadelfaden sehr niedrig (ich habe ihn auf 0), oberer Greiferfaden mittel (bei mir 5) und unterer Greiferfaden sehr hoch (bei mir 9). Probiert bitte aus, was bei eurer Maschine und eurem Stoff am besten funktioniert. Es kann sein, dass das ein paar Versuche braucht.

Dann näht ihr also wie bereits beschrieben vorsichtig entlang der Faltenkante. Wenn die Naht durch ist sieht das Stoffstück so aus:

Alles was ihr jetzt noch tun müsst, ist den Stoff aufzufalten, so dass er glatt liegt. Dabei zieht sich der Nadelfaden auf die rechte Stoffseite und bildet dort eine Art Leitermuster. Auf der linken Stoffseite ist eine mehrfädige Kettelnaht zu sehen.

Da auf der rechten Stoffseite wirklich nur der Nadelfaden zu sehen ist, reicht es eigentlich, für diesen ein farblich passendes Garn zu wählen. Man muss also nicht von jeder abgefahrenen Farbe gleich drei Garnkonen kaufen.

Wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, kann man natürlich die Naht auch andersrum setzen, so dass die Kettelnaht von aussen zu sehen ist. Das ergibt dann auch ganz hübsche Ziernähte die nicht unbedingt irgendwas säumen müssen.

Man kann auch mit zwei Fäden eine Flatlocknaht nähen. Das habe ich aber noch nicht ausprobiert und kann dazu keine sachdienlichen Hinweise geben. Überhaupt habe ich diese Technik auch gerade erst entdeckt, wenn jemand also noch Verbesserungsvorschläge für dieses Tutorial hat, immer her damit. Es schadet sicher auch nicht, mal einen Blick in die Bedienungsanleitung der Overlock zu werfen. Meine (für die Toyota SL3487) hat mir die Flatlocknaht glatt verschwiegen, aber wenn eure Anleitung dazu etwas mitzuteilen hat, dann haltet euch daran.

AAAAAnleitung!

18. August 2011 (18:43 h) – Tags: ,

Ich hab die Anleitung für das Monsterkissen schon seit einer Weile fertig auf dem Rechner zu liegen. Aber die erklärenden Skizzen dazu konnte ich bis dato nicht einscannen, weil irgendwas meinen Twaintreiber gefressen hat und der Scanner seither nicht mehr will. Also habe ich mich heute mal breitgeschlagen und die Skizzen im Illustrator gemacht.

Nun ist die Anleitung fertig und vielleicht habt ihr Lust, sie mal durchzulesen bevor sie auf die Page kommt. Bitte sagt mir, wenn irgendwas nicht verständlich erklärt ist oder ich irgendwo ausführlicher sein könnte. Die Bilder sind heute mal etwas größer, das sind schon die Versionen für die Page.

 

 
Piercingfreundliches Kissen

Dieses ulkige Kissen ist ein guter Freund von allen, die zickige Ohrenpiercings oder frisch gedehnte Lobes haben und nachts nicht darauf schlafen können. Es hat eine Vertiefung (den Mund) und entlastet so die schmerzhaften Stellen. Dafür kaut es einem die ganze Nacht ein Ohr ab ;) Wir nähen hier sowohl das Innenkissen als auch den abnehmbaren, waschbaren Bezug. Das Ganze ist auch ein prima Geschenk für bodymod-begeisterte Freunde.

Material:

– 1 Frotteehandtuch, 50 x 100 cm
– 1 Kissen, 37 x 37 cm, es geht auch 40 x 40 cm, Watteflockenfüllung erscheint mir am geeignetesten. Von einem Daunenkissen rate ich nach einigen Wochen Probeschlafen auf meinem Prototypen ab. Das verliert zu viele Federn.
– 1 Reißverschluss, 20 cm lang
– Rest schwarzen Jersey
– Rest weiße Baumwolle
– Rest weiße Bügeleinlage
– Ösen in verschiedenen Größen (ich habe 5 und 8 mm verwendet)
– schwarzer Stoffmalstift

Preis:

Je nach Einkaufsquelle liegt das Handtuch zwischen 3 und 10 Euro, für ein Füllkissen habe ich etwa 5 Euro bezahlt. Wer also noch Material zu Hause hat, kommt vermutlich mit weniger als zehn Euro davon.

Anleitung:

Zuerst präparieren wir das Füllkissen, später den Bezug. Ich habe mit Kissen gearbeitet, die mit Daunen gefüllt waren. Da man die Füllung aus dem Kissen nehmen muss, war das sicher nicht die beste Idee. Ich denke, ein watteflockengefülltes Kissen sollte deutlich weniger Sauerei machen. Trotzdem am besten den Staubsauger in Griffnähe positionieren.

Also, zuerst trennt man die Naht auf, mit der das Kissen zugenäht ist und holt die Füllung raus. Diese bringt man am besten zwischenzeitig in einer größeren Plastiktüte unter. Dann die aufgetrennte Naht wieder mit Stecknadeln zupinnen, so staub das entleerte Kissen nicht weiter rum. Auf das platte Kissen kann man nun die Form des Mundes aufmalen. Dazu habe ich eine Skizze gemacht. Wer ein größeres Kissen verwendet, kann davon grob die Proportionen übernehmen.

Der Mund wird nun mit Stecknadeln durch beide Lagen gesteckt und mit der Nähmaschine nachgenäht. Es bietet sich ein schmaler Zickzackstich an, mit dem versäubert man die Kante auch gleich. Ruhig zwei Mal drumnähen, das soll sich später nicht wieder auflösen. Dann kann das Innere des Mundes rausgeschnitten werden und das Kissen mit Loch ist schonmal als solches zu erkennen. Stecknadeln aus der Seitennaht entfernen und die Füllung wieder reinstopfen. Dann die Seitennaht wieder verschließen und am besten mal kurz durchsaugen.

So, das Innenkissen ist fertig, nun kommt der Bezug. Ich habe euch einen Auflageplan gemacht auf dem ihr seht, wie die einzelnen Teile aus dem Handtuch rauskommen. Am Rand die grauen Streifen sind mögliche Randverzierungen des Handtuchs die man natürlich nicht mitverwendet. Das Große ist für das Kissen, da kann man sich eine Naht sparen wenn man es als ein großes Teil (37 x 74 cm plus Nahtzugabe) ausschneidet. Daneben bleibt ein Streifen übrig, aus dem kann man zwei kleinere Rechtecke schneiden und macht daraus später die Ohren des Kissens. Das Kissenteil kann man nach dem Ausschneiden schonmal an allen Seiten versäubern.

Dann zeichnen wir den Mund auf die Kissenhülle. Die Abstände zu den Seiten sind dabei die gleichen wie für die Kissenhülle. Wenn der Mund aufgezeichnet ist, malt außen herum noch eine Linie, mit einem Zentimeter Abstand. Das Äußere ist die Kontur, die wir für die Kissenhülle verwenden. Diese näht ihr mit Zickzack nach und schneidet dann das Innere des Mundes raus.

Nun kommt die Tiefe des Mundes aus schwarzem Jersey. Ihr braucht ein mundförmiges Stück in 10 cm Höhe und 14 cm Breite (also so groß wie der aus der Kissenhülle geschnittene Mund) plus Nahtzugaben. Und einen Streifen Jersey, 6 cm hoch (je nachdem wie dick das Kissen ist, kann man auch mehr oder weniger Höhe nehmen), plus Nahtzugaben. Die Länge messt ihr mit dem Maßband an der Kontur des Mundes ab. Den Jerseystreifen steckt ihr rechts auf rechts an der Außenkante des anderen Jerseyteils fest, dadurch entsteht soetwas wie… ein Becher mit halbmondförmiger Grundfläche. Mit Zickzack festnähen und schließlich die beiden Enden des Jerseystreifens aufeinandernähen. Becher fertig. Nun wird die noch unbearbeitete obere Kante einmal nach links umgeschlagen und so festgesteckt.

Das Teil kommt jetzt an die Kissenhülle. Dafür gibt es eine Skizze. Hier befindet sich die rechte Seite des Kissenbezugs oben und die rechte Seite des Becherteils innen. Der Becher wird von unten durch die Mundöffnung der Kissenhülle gesteckt und die Kante wird umgeschlagen auf der Kissenhülle festgesteckt. Die Skizze zeigt den Querschnitt. Puh, das ist gar nicht so einfach zu erklären.

Bevor ihr den Innenmund (den Becher) nun am Frottee festnäht, kriegt das Kissen erstmal Zähne. Dafür kann man erstmal Prototypen aus Papier ausschneiden und auflegen. Eigentlich sollen es nur Rechtecke sein, ganz einfache Formen. Die zeichne ich dann auf die linke Seite der weißen Baumwolle und schneide sie mit etwas Nahtzugabe aus. An den drei Kanten die später zu sehen sein werden (eine wird in der Naht mitgefasst), wird die Nahtzugabe zum Zahn hin umgebügelt. Von rechts betrachtet sieht er dann also ordentlich aus. Die Zähne werden nach Wunsch auf dem Mund positioniert und die obere Kante wird umgefaltet und zwischen den Jersey und den Frottee gesteckt. Dann den Zahn vorsichtig aus dem Mund rausfalten (die eine Kante bleibt unter dem Jersey) und feststecken. So ist er nicht im Weg wenn wir jetzt einmal entlang der Kante vom schwarzen Jersey nähen. Das kann man gut mit Gradstich machen, sieht ordentlicher aus. Nun die Stecknadeln wieder aus den Zähnen entfernen, diese zurück in den Mund falten und dort von Hand mit weißem Garn festnähen.

Fehlen noch die Augen. Hier empfiehlt es sich, zuerst welche aus Papier auszuschneiden und aufzulegen bis man mit Form, Größe und Anordnung zufrieden ist. Ich mag es, wenn die Augen nicht ganz rund und nicht gleich groß sind. Aber das ist Geschmackssache. Die Papierschablonen für die Augen mit der Vorderseite nach unten auf die nicht-klebebeschichtete Seite der Bügeleinlage legen und nachzeichnen. Ausschneiden und auf ein Stück weiße Baumwolle bügeln, dabei rundherum etwa einen cm Rand lassen. Der Rand wird nun etwa alle 8 Millimeter eingeschnitten, dabei darf man aber nicht bis ganz an die Bügeleinlage ran schneiden! Dann werden diese Laschen umgebügelt, so dass sie von vorne betrachtet unter der Bügeleinlage liegen, verbrennt euch dabei aber nicht die Finger. Sicherheitshalber heften wir die Laschen noch grob fest, dann malen wir mit einem schwarzen Stoffmalstift die Pupillen auf, bügeln das nochmal kurz ein und positionieren die Augen dann auf der Kissenhülle. Einmal mit Gradstich am Rand entlang feststeppen.

Das Gesicht ist also fertig. Bevor wir nun die Kissenhülle zusammennähen, fertigen wir die Ohren. Wie das geht und wie sie befestigt werden, könnt ihr bei der Anleitung der Glücklichen Kissen nachlesen.

Dann brauchen wir die Kissenhülle nur noch zusammennähen. Dafür kommt zuersteinmal der Reißverschluss ins Spiel. Auch hier gibt es bei den Glücklichen Kissen eine genaue Anleitung zum Einnähen.

Anschließend werden die restlichen Seiten genäht und die Kissenhülle ist fertig. Wenden, das Kissen reinstopfen und die Mundvertiefung in das Kissenloch stecken. Damit das Kissen noch ein bisschen cooler wird, kriegt es jetzt noch gedehnte Ohrlöcher. Ihr positioniert die Ösen auf den Ohren und schlagt sie nach Packungsanleitung mit dem Hammer oder der Zange ein. Das fühlt sich etwas fies an, weil das Kissen schon so viel Persönlichkeit hat, aber haben wir vom Piercer eine Narkose bekommen? Eben.

Variationen:

– Bei einem zweiten Kissen habe ich noch eine Zunge aus rotem Jersey in den Mund appliziert. Auch darauf kann man mithilfe von Nieten Piercings setzen. In die gedehnten Ohrlöcher kann man auch größere Klemmkugelringe oder anderen geeigneten Piercingschmuck fädeln, da liegt man ja nicht direkt drauf.
– Ein Bridgepiercing ginge auch, ebenso einiges am Mund. Denkt aber daran, dass ihr dann auf den Nieten schlafen müsst!
– Wer kein so großer Freund von Frottee ist kann den Kissenbezug natürlich auch aus einfacher Baumwolle, Sweatshirtstoff oder zB Nicki machen.
– Nach dem Grundprinzip „Kissen mit Loch – Bezug mit Vertiefung“ kann man auch andere piercingfreundliche Kissenformen herstellen. Donuts zum Beispiel.
– Die Ohren kann man natürlich auch weglassen oder anders gestalten. Ein Katzenkissen wäre sicher auch niedlich.

Empfehlung:

Der Mund ist ein bisschen fummelig und es werden auch viele verschiedene Materialien verwendet. Vielleicht nicht unbedingt ein Einsteigermodell. Dafür muss man es nicht anprobieren!

Musiktipp:

Soda empfiehlt irgendwas von Metallica. Alles von Metallica! Metallica rules!

Tutorial: Ausschnittverarbeitung mit Jerseyschrägband

26. Januar 2011 (18:41 h) – Tags: , , ,

Ich musste den Ausschnitt bei meinem grauen Rebellenshirt nochmal neu machen, da hat die Methode mit hintergenähtem Jerseyband nicht funktioniert. Der graue Jersey zieht sich, wenn man ihn in so einen schmalen Streifen geschnitten hat, nicht wieder genug zusammen, deshalb hat der Ausschnitt zu sehr geleiert. Und wo ich schonmal dabei war eine andere Methode zur Ausschnittverarbeitung anzuwenden, habe ich euch gleich ein Tutorial dazu geschrieben. Diese Methode kommt ohne Kettelmaschine aus. Allerdings sollte der Ausschnitt so groß sein, dass man bequem mit dem Kopf durchkommt, er wird am Ende nicht mehr elastisch sein.

Wir fangen wieder mit dem Ausgangsmaterial an. Das Shirt mit dem Ausschnitt habe ich auf dem Bild schon vorbereitet. Entlang der Ausschnittkante bügeln wir nämlich Vlieseline Formband auf. Das ist ein schmales Schrägband mit eingesteppter Naht, man kann es gut um Rundungen legen, es ist aber nicht elastisch und verhindert so das Ausleiern von Stoffen. Kann man oft gebrauchen. Außerdem brauchen wir natürlich unser Jerseyschrägband. Das ist nicht wirklich schräg geschnitten, sowas tut bei Jersey nicht Not. Bei mir ist das Band vier Zentimeter breit und längs links auf links gebügelt (Sprühstärke verwenden!). Die Länge des Schrägbandes hängt natürlich vom Ausschnitt ab. Es empfielt sich aber, erstmal zu viel Band zuzuschneiden, wir kürzen es gleich auf die exakte Länge.

Das Schrägband (ich nenne es jetzt einfach Schrägband, auch wenn es nicht schräg geschnitten ist) wird entlang des Ausschnitts rechts auf rechts aufgesteckt. Beginnt kurz hinter der Schulternaht des Shirts und schlagt das Ende des Schrägbandes links auf links um.

Steckt das Band entlang der Ausschnittkante fest. Ich schneide den Ausschnitt mit fünf Millimeter Nahtzugabe zu, dann kann man das Band direkt an der Kante entlangführen. Beim Aufstecken sollte das Schrägband leicht gedehnt werden. Nur leicht, es legt sich dadurch besser nach oben. Wenn wir einmal um den Ausschnitt rum sind, schneiden wir das überschüssige Schrägband mit kurzer Nahtzugabe ab und stecken es oben auf den Anfang (wo wir das Schrägband auf sich selber zurückgefaltet haben).

Nun wird das Band mit ganz normalem Gradstich festgenäht. Wir brauchen hier keinen elastischen Stich verwenden weil der Ausschnitt durch das Formband ohnehin nicht mehr dehnbar ist. Beim Annähen wird das Schrägband wieder etwas gedehnt, so dass es glatt auf dem Shirt aufliegt.

Wenn das Band festgenäht ist, falten wir es wieder nach oben. Die obere Hälfte des Schrägbandes, also das was jetzt oberhalb der eingebügelten Linie ist, wird nach innen eingeschlagen und zwar so, dass die Kante an die gebügelte Linie stößt. Genau wie man es bei gekauftem Schrägband schon vorgebügelt hat.

Dann falten wir das Schrägband an der gebügelten Linie nach innen. Die obere Kante ist dann also doppelt eingeschlagen und es sind keine offenen Kanten mehr zu sehen. Das klingt jetzt sehr kompliziert, ist aber genau die gleiche Verarbeitung wie bei gekauftem Schrägband. Das Jerseyschrägband kann dann von aussen mit Stecknadeln festgesteckt werden.

Jetzt brauchen wir nur noch einmal auf dem Schrägband entlangzunähen und sind fertig. Man kann diese Naht natürlich auch unsichtbar von aussen im Nahtschatten des Schrägbandes machen, dann müsste man drauf achten, das Schrägband innen weit genug runterzuziehen. Mit sichtbarer Naht sieht das ganze am Ende etwa so aus.

Diese Methode hat gegenüber der Verarbeitung mit hintergenähtem Band den Vorteil, dass sich der Ausschnitt nicht mehr verleiern kann. Sowas ist von Vorteil wenn man zB ein langes Kleid aus schwerem Jersey näht. Außerdem kann man natürlich auch Armausschnitte und ähnliches so mit Schrägband einfassen. Allerdings hat man unter Umständen die sichtbare Naht auf dem Schrägband und man muss bedenken, dass die eingefasste Kante nicht mehr elastisch ist.

Tutorial: Ausschnittverarbeitung bei Jersey

11. Januar 2011 (17:58 h) – Tags: , , , ,

Seit ich eine Kettelmaschine besitze, nähe ich mit anhaltender Begeisterung Shirts und Kleider aus Jersey. Am liebsten aus richtig dünnem, weichem Viskosejersey. Die Säume mache ich mit der Zwillingsnadel, alle unsichtbaren Nähte werden gekettelt, aber was macht man mit dem Ausschnitt? Es gibt verschiedene Lösungen für sowas, ich zeige euch hier meine Version mit hintergenähtem Jerseyband (eine andere Methode mit Jerseyschrägband findet ihr hier). Los gehts!

Das ist euer Ausgangsmaterial: Der Kandidat mit dem unversäuberten Ausschnitt und ein Streifen Band aus dem gleichen Stoff. Das Band sollte etwa 4 cm breit sein und in Längsrichtung elastisch. Ich schneide meist zu viel Band zu, also gerne mal 60 oder 70 cm. Wie viel wir wirklich brauchen hängt sehr von der Dehnbarkeit des verwendeten Stoffs ab und ergibt sich später beim Nähen. Wichtig ist, dass das Jerseyband nicht gedehnt wird, dann können sich nämlich die Kanten einrollen und es macht keinen Spaß mit unkooperativem Jersey zu arbeiten. Ihr faltet das Band der Länge nach links auf links und bügelt es mit Sprühstärke. Dadurch wird es etwas stabiler.

Schritt zwei: Das Band wird mit der offenen Kante rechts auf rechts entlang der Ausschnittkante platziert. Ich schneide den Ausschnitt mit fünf Millimeter Nahtzugabe zu, wenn man das so macht kann man das Band einfach an der Schnittkante entlangführen. Wir fangen an der Schulternaht an. Lasst das Ende des Bandes etwas überstehen.

Wenn die erste Stecknadel gesetzt ist, wird das Band etwas gedehnt weitergeführt und angesteckt. Das ist wie bei Schrägband, wenn man es etwas dehnt legt es sich besser um Rundungen. Wie doll man dehnt hängt von der Elastizität des Materials ab. Das Shirt darf bei dieser Arbeit jedenfalls nicht gedehnt werden, nur das Band. Natürlich wird sich das wieder zusammenziehen wenn man es loslässt, es ist also ganz normal, dass zwischen den einzelnen Stecknadeln Beulen entstehen.

Auf diese Art und Weise stecken wir das Band jetzt einmal um den Ausschnitt herum. Wenn wir wieder am Anfang ankommen schneiden wir das überschüssige Band  ab und lassen nur eine kleine Nahtzugabe stehen.

Die Enden des Bandes werden nun zusammengenäht, so dass ein geschlossener Ring entsteht. Erstmal falten wir die beiden Bandenden dafür auseinander und stecken sie rechts auf rechts aufeinander. Nur das Band auf sich selbst stecken, das Shirt hat damit noch nichts zu tun. Es ist einfacher wenn man die erste und letzte Stecknadel die das Band am Shirt hält wieder entfernt, dann hat man mehr Bewegungsfreiheit.

Jetzt werden die Bandenden zusammengenäht. Ich mache das gleich mit der Kettelmaschine, ist aber eigentlich egal. Dann klappt man die Nahtzugaben zu einer Seite und faltet das Band wieder so zusammen wie es ursprünglich gebügelt war.

Jetzt kann das Band wieder rechts auf rechts auf die Schulternaht gesteckt werden. Als wäre nichts passiert. Die Nahtstelle des Bandes befindet sich dabei etwa da wo auch die Schulternaht ist. Der dickeren Nahtzugaben wegen setzte ich die Nahtstelle des Bandes meist etwas hinter die Schulternaht.

Nun könnt ihr das Band an den Ausschnitt nähen. Man zieht dabei den Shirtstoff glatt, so dass sich das Band wieder dehnt und näht so von Stecknadel zu Stecknadel. Es empfiehlt sich, ein Auge darauf zu haben was der Shirtstoff macht, der ist mir anfangs nämlich auch schon mal aus der Naht gerutscht. Wenn man etwas rundes, ohne Anfang, mit der Kettelmaschine näht, dann kann man von seitlich auf die Nahtlinie einbiegen, diesen Anfang übernäht man am Ende einfach wieder und biegt genauso wieder ab, bis die Maschine nur noch Luftmaschen näht. Wichtig ist natürlich, dass man bei dieser Naht nichts mehr abschneidet, das wird einfach so an der Kante entlanggeführt, die Breite der Kettelnaht entspricht ja in etwa unserer Nahtzugabe. Dann fädelt man nur noch diese Luftmaschen durch das Öhr einer großen stumpfen Sticknadel und zieht sie zurück in die Naht um alles zu versäubern.

Wenn man das Shirt jetzt aufschüttelt wird sich das Band schon von alleine etwas aufrichten. Am besten man bügelt es aber nochmal schön in Form, dann sieht der Ausschnitt am Ende etwa so aus.

Und das wars. Ich hoffe, das Tutorial ist verständlich, wenn ihr Fragen habt könnt ihr die gerne in den Kommentaren stellen. Viel Spaß beim Nacharbeiten!

The only legitimate use of organza

14. März 2009 (11:24 h) – Tags: ,

Organza ist so ein Material, das kann man eigentlich für gar nichts verwenden. Für Ärmel viel zu steif, für Hochzeitskleider zu billig im Glanz, für Gardinen zu unsichtbar. Lediglich bei tutuartigen Röckchen sehe ich eine Möglichkeit. Ich habe nie verstanden was Leute an dem Zeug finden.

Nun allerdings erschien ganz durch Zufall endlich eine Daseinsberechtigung für Organza auf der Bildfläche. Nämlich diese Anleitung.
Ich habe ja eine große Schwäche für Seidenblumen. Wie zierlich und elegant, verträumt und morbide so ein Stoff die Natur nachahmen kann… Seidenblumen (oft sind sie ja gar nicht aus Seide) kaufe ich gerne und oft, stecke sie aber nur selten an die Haare oder Jacke. Einfach haben reicht.

Nun habe ich also auch mal selber welche gemacht. Erstaunlicherweise konnte ich einen Rest weißen Organza in meiner Stoffsammlung finden, ich meine mich zu erinnern, dass der mal von einem Petticoatröckchen übrig blieb.
Also erstmal blumenartige Formen zuschneiden. Grob blumenartig reicht wirklich völlig.

Dann die Ränder VORSICHTIG über einer Kerze anschmoren. Man braucht nicht sehr nah an die Kerze rangehen, die heiße Luft tut ihren Job, ohne dass die Ränder braun werden. Ein bischen tricky ist abzuschätzen wo denn nun genau der heiße Luftstrom aufsteigt und zu verhindern, dass die restliche Blütenform gleich mit wegschmilzt. Aber, morbide ist gut und zu krumpelig kann es kaum werden.
Durch die Wärme rollt sich der Organza von selbst ein.

Dann drapiert man fünf bis sechs Lagen übereinander. Die oberste habe ich nochmal in sich zusammengerafft weil ich eine schöne volle Blüte haben wollte und nicht so viel Fläche wie beim Original.
Nun habe ich meine Schatzkiste mit den weißen Perlen aufgemacht. Passenderweise horte ich Perlen und ähnliches vorzugsweise in schimmernden, glitzernden Schneeköniginnenfarben. Wie sich doch eins zum anderen findet ;)
Aus den Perlen habe ich kleine Stäbe aufgefädelt um Staubgefäße zu imitieren. Beim Annähen der Perlenstränge habe ich dann gleich die Organzalagen zusammengenäht. Fertig.

Nun könnte ich eigentlich heiraten. *g*
Ist mir am Ende zu reinweiß und zu strahlend geworden. Ich sehe mich schon nudefarbenen und brauen Organza auf dem Markt horten. Organza! Ich!