Wohnungs-Update

25. Juni 2014 (08:24 h) – Tags: , , , ,

Musik: Metallica - Sweet Amber | Stimmung: Voll schönes Regenwetter!

Kurz bevor die Festivalsaison sich so unbarmherzig in den Sommer gedrängt hat, habe ich noch ein paar lose Enden in der Wohnung verknotet. Unfertige Projekte kann ich immer nur bedingt lange tolerieren.

An der Kommode die ich im Frühjahr auf dem Trödel gekauft hatte ist nun endlich das Fries ausgebessert. Ich habe den weggebrochenen Teil durch ein Stück trompe-l’œil Malerei ersetzt.

Gemalt habe ich mit Aquarellfarben auf Pappe, anschließend das fertige Teil mit mattem Klarlack eingesprüht um die Farbe widerstandsfähiger zu machen. Die Pappe habe ich schließlich mit Hafties an die Kommode gepappt, daher kommt der kleine Abstand und Schatten der noch den letzten Schliff verleiht. Außerdem wird das Holz nicht beschädigt.

Auf den ersten Blick fällt die Reparatur tatsächlich nicht sofort auf und das war alles was ich wollte. Die Kommode ist wieder komplett.

Und ich musste auch kein Loch in die Rückwand schneiden. Ursprünglich hatte ich geplant die XBox in der Kommode unterzubringen und längere Kabel von dort zum Fernseher zu ziehen. Das scheiterte ziemlich schnell daran, dass es das Kabel fürs Kinect nicht in länger gibt. Also musste die XBox in der Nähe des Fernsehers bleiben. Entertainmentgeräte die sichtbar im Wohnzimmer rumstehen. Ich war nicht begeistert.

Übergangsweise stand die Konsole auf dem Katzensofa und die Zimmerantenne baumelte an ihrem Kabel unter dem Fernseher. Grauenvoll. Glücklicherweise fand ich dann heraus, dass man die XBox auch aufrecht hinstellen kann und damit war entschieden, dass das Fernsehgerümpel ein Regalbrett hinter dem eigentlichen Fernseher bekommen sollte.

Das Brett und die Winkel habe ich in Wandfarbe getarnt und einen zusätzlichen Winkel in schwarz lackiert der neben der XBox dafür sorgt, dass die Konsole keinen Abflug macht. Damit ist das Regal so mimetisch wie es nur sein kann..

Die Kabel habe ich erst hinter die Konsole geklemmt und dann in der Zimmerecke runtergeführt. Sie hängen jetzt nicht mehr direkt unter dem Fernseher runter und das ist schon viel wert. Eventuell verpasse ich ihnen auch noch einen Anstrich in jadegrün. Mal sehen.

Der Fernseher ist immer noch ein Angeber der das Wohnzimmer dominieren möchte, aber immerhin habe ich seine Gerätekumpels schonmal unter Kontrolle gebracht. Optisch ist das ganze ein Kompromiss, das ist mir schon klar. Mein durchgestyltes Wohnzimmer leidet unter diesem Einbruch moderner Technik etwas, ich möchte aber auch nicht leugnen wie gemütlich Lieblingsfilme, absurde Dokus und Konzert-DVDs vom Sofa aus sind. Und neulich habe ich die ganze Nacht lang Adventuregames gezockt bis es halb vier war und schon wieder hell wurde.

Ansonsten war ich noch in der Küche und habe mal wieder so eine Pinterest-Idee umgesetzt. Eine Tafel für Notizen, Einkaufslisten und Songzitate, das wäre doch total schön! Gesagt, getan. Ich besorgte Tafelfolie im Baumarkt und klebte sie erst auf eine Pappe und diese dann mit Powerstrips an den Kühlschrank. Noch zu gut erinnere ich mich an das schockierte Gesicht meiner Hauswartsfrau als sie beim Vormieter Aufkleber auf dem Kühlschrank entdeckte. Deshalb lieber kein Risiko eingehen und das ganze entfernbar.

Natron schreibt mir bei jedem Besuch ein Zitat ihrer Southern-Rock-Freunde an den Kühlschrank. Ansonsten benutze ich die Tafel für Einkaufsnotizen und To-Do-Erinnerungen. Ziemlich praktisch und den sich ständig wandelnden Charakter der Fläche mag ich auch total. Fehlt eigentlich nur noch bunte Kreide.

You will never find a more wretched hive of scum and villainy

8. Mai 2014 (14:13 h) – Tags: , , ,

Musik: Newsted - Skyscraper 

Die jüngsten Fortschritte des Wohnzimmers erlaube ich mir mal in einem Beitrag zusammenzufassen. Irgendwann wird es vielleicht auch langweilig. Also, was ist passiert?

Ich hatte schon vor einer Weile bei meinem liebsten Händler für Fernöstliches auf dem Türkenmarkt eine Fischglocke mitgenommen. Eine Schelle aus Messing die in Form eines lachenden Fisches gearbeitet ist. Tatsächlich hat sie sich schon hier auf den Fotos der Lampe eingeschlichen.

Nun habe ich noch eine breite Borte besorgt und diese recht aufwändig mit Pailletten, Schmucksteinen und Kaurischnecken bestickt. Letztere fand ich grade zum Fisch ganz passend.

Von den Jetstein-Imitaten die man unten sieht hatte ich nur noch zwei Ovale und einen Rhombus, deshalb habe ich weiter oben einfach schwarze Pailletten aufgestickt. Kaurischnecken sind auch keine mehr da.

Am unteren Ende habe ich die Borte mustergenau abgeschrägt und nochmal ordentlich Perlen angenäht. Jetzt hängt der Fisch neben der Balkontür und tut so, als könne man da nach Personal läuten. Kommt aber keiner, ich habs probiert.

Mit ganz anderer regionaler Inspiration ist noch ein Kissen auf meinem Sofa eingezogen. Im September 2011 war ich mit Ophelia auf dem holländischen Stoffmarkt in Potsdam und habe dort unter anderem einen recht abenteuerlichen Patchworkstoff, bedruckt mit mexikanischen Klischees, mitgenommen. Ich hatte daraus bisher einen Bezug für ein Dinkelkissen genäht, was allerdings auch schon wieder anderthalb Jahre her ist. Der Rest sollte immer ein Kissen werden, am besten eins mit Troddelborte.

Das längliche Format kam dem Druck sehr entgegen. Ich hatte es eigentlich nur der Abwechslung wegen bei Ikea mitgenommen aber inzwischen mag ich die Form zum Kuscheln total gerne. Wie man sieht ist auf dem Bezugsstoff sämtlicher Dia-de-los-Muertos-Kitsch vertreten, dazu Our Lady of Guadalupe, ein schundromanverdächtiger Inkaprinz mit lebloser Dame und eine Tequilaflasche darf natürlich auch nicht fehlen. Der Spruch „Me Equivoqué Contigo“ bedeutet übersetzt so viel wie „Ich habe mich in dir geirrt“ und ist der Titel eines offenbar wahnsinnig populären spanischsprachigen Liedes. Wieder was gelernt.

Ich habe die Rückseite aus rot-weißem Vichykaro gemacht, das lag grade parat. Und weil ich die Troddelborten erst nach dem Zusammensetzen aufgenäht habe und das teilweise von Hand geschehen musste, hatte ich Zeit mir vorzustellen wie in Mexico City vielleicht eine junge Frau sitzt und einen Stoff der mit Dirndlmädchen, Biergläsern und Schloss Neuschwanstein bedruck ist zu einem Kissenbezug zusammennäht. Für ihr europäisches Wohnzimmer. Statt „Me Equivoqué Contigo“ steht dann „O’zapft is!“ drauf, Eichenlaub statt Kakteen und Juanita wird auch erstmal Google anwerfen um das alles zu recherchieren.

In meinem eklektischen Wohnzimmer hat das Mexikokissen Verstärkung durch einen zweiten Our-Lady-Of-Guadalupe-Druck bekommen, ansonsten gliedert es sich aber erstaunlich schmerzfrei auf dem Sofa ein.

Gehen wir nun nochmal ein paar Schritte vom Sofa weg, zur Balkontür. Ursprünglich wollte ich da gar keinen Vorhang anbauen. Auf dem verglasten Balkon hängen dünne Vorhänge die ich nie aufziehe, das reicht um die Privatsphäre zu wahren. Nun passierte es aber so, dass Ophelia nach ihrem Umzug einen Fernseher zu viel hatte und mir das gute Stück als Dauerleihgabe anbot. Im gleichen Zug bekam ich auch meine XBox zurück die ich ihr für meine fernseherfreie Zeit überlassen hatte. Ich ließ beide Geräte ein paar Wochen stehen und dachte über Platzierung im Wohnzimmer nach. Auf GAR KEINEN FALL sollte der Fernseher an die Wand gegenüber des Sofas. Davon abgesehen, dass das für XBox-Kinect ungünstig ist will ich den Apparat auch nicht wie ein Goldenes Kalb mein Zimmer dominieren haben. Also entschied ich, den Fernseher an die Wand zwischen Fenster und Balkontür zu bauen, auf eine schwenkbare Halterung, dann kann man auf dem Sofa lümmeln und fernsehen. Nicht ganz die naheliegendste Lösung aber für mich die bessere.

Und da kommt der Vorhang ins Spiel. Durch die Balkontür und das Fenster kommt den ganzen Tag Sonne oder zumindest Tageslicht, das stellte ich mir als störende Hintergrundbeleuchtung vor. Also sollte ein verdunkelnder Vorhang her. Ich habe dafür einen dunkelgrünen Samt verwendet den mir Natron mal für ein Fantasygewand überlassen hatte. Und weil das natürlich an sich viel zu schlicht war kam noch ein Sari aus meinen Beständen dazu.

Es ist nur ein Schal der normalerweise nach links zusammengeschoben ist. Den Sari habe ich noch seitlich eingerafft und festgenäht, das sieht auch hübsch aus wenn der Vorhang nicht zugezogen ist.

Und natürlich kamen auch noch Borten zum Einsatz. Die wunderbare Brokatborte unten ist der Rest von den Schlafzimmervorhängen und spielt immer wieder toll mit Samt zusammen. Der Sari hat die senkrechten Borten schon aufgedruckt, deshalb gab es nur eine zugegeben eigentlich zu helle Fansenborte an den Saum.

Das letzte Wochenende habe ich dann damit verbracht eine TV-Wandhalterung zu kaufen und diese mit schier übermenschlichem Aufwand an die Wand zu bringen. Das hält bombenfest und sollte ich jemals einen anderen Platz für den Fernseher haben werde ich die Schrauben abflexen müssen, raus gehen die nicht mehr. Sonntag kam dann Ophelia nochmal kurz vorbei und zusammen bauten wir den Fernseher auf die Halterung. Anschließend habe ich alles verkabelt, die XBox wieder aktiviert und nach zwanzig Sicherheitsabfragen und dreihundert Updates konnte ich dann erstmal eine Runde Hexic spielen und danach, weil ja Star Wars Tag war, einen Lieblingsfilm auf DVD gucken.

Das Fernsehprogramm empfange ich noch nicht wieder, was egal ist weil ich Samstag zum Grand Prix ohnehin arbeiten muss. Die XBox soll auch definitiv nicht auf dem Katzensofa stehen bleiben, da muss ich noch längere Kabel für alles kaufen. Davon abgesehen war es aber wirklich entspannt mit einer Katze im Arm auf dem Sofa rumzuliegen und DVDs zu gucken. Das machen wir in Zukunft sicher noch öfter.

Kreuzberger Salonkitsch

21. April 2014 (19:42 h) – Tags: , ,

Musik: Hammergeiles neues Gamma Ray Album! 

Hab alle Osterfeiertage gearbeitet, das war aber nicht schlimm weil ich davor eine Woche Urlaub hatte und außerdem Natron zu Besuch in der großen Stadt war. Mit ihr musste ich natürlich die Sehenswürdigkeiten in meinem Kiez abklappern. Also ua den Türkenmarkt und das Colours in der Bergmannstraße. Letzteres haben wir am Mittwoch besucht, ohne große Pläne, nur mal gucken was der Second Hand so hergibt.

Ich bin diesmal bescheiden mit nur einem Hemd abgezogen, deshalb will ich auch gar nicht viel über das Klamottenstöbern erzählen. Die eigentlichen Schätze gab es in anderen Geschäften der Bergmannstraße. Noch bevor wir am Second Hand angekommen waren blieben wir bei einem Orientkitsch-Laden hängen. Guck mal, Schlüsselanhänger mit Fatimas Hand und einer Troddel! Voll schön. Ich nehm einen in türkis mit.

Zuhause stellte sich dann heraus, dass das Türkis ein wenig *zu* gut zu meiner Wandfarbe passt, deshalb kann ich den Anhänger nicht einfach irgendwo annageln. Also hat er seinen Platz jetzt am Schlüssel in der Wohnzimmertür gefunden. Schönes Detail mit dem ich sehr zufrieden bin.

Ein paar Schritte weiter gab es einen kleinen Trödelladen. Sie hatten auf der Straße Tische mit allerhand Kram aufgebaut und darunter war auch eine sehr hübsche kleine Lampe. Messing und krakeliertes Glas, aber sie war schief. Ich frag mal nach dem Preis. Wir gehen also die Stufen zum Souterrain-Geschäft herunter und Natron sagt: „Heilige Scheiße!“ Der Laden war winzig. Aber bis unter die Decke vollgestopft mit Möbeln, Figuren, Teppichen und Kronleuchtern. Zwei davon kamen mir verdächtig bekannt vor… stellte sich heraus: Der Händler ist auch regelmäßig auf dem Trödel am 17. Juni vertreten. Und wir hatten seinen Hort gefunden. Woah.

Das Ende der Geschichte waren achtzehn Euro für eine Tischlampe die ich zuhause wieder grade gebogen habe.

Sie ersetzt jetzt auf der Kommode meinen schwarzen Plastikleuchter. Auch wenn ich keinen Seltenheitswert und kein hohes Alter bei der Lampe vermute, passt sie doch so viel besser ins Gesamtbild. Messing zu den Messingdetails an der Kommode und das krakelierte Glas ist metallisch bedampft, das hat einen tollen Glitzer- und Spiegeleffekt.

Im Dunkeln leuchtet es schöne Lichtflecken an die Wand. Die Ausschnitte im Messingblech sehen fast so aus, als würden da noch Steine drin sitzen. Ich mag das Licht, mir war der sechsflammige Leuchter vorher einfach zu hell.

Zum Wohnzimmer gibt es noch viel mehr Neues zu erzählen, allerdings erst wenn ich wieder Fotos gemacht habe und endlich den Vorhang an der Balkontür gesäumt. Es wird toll, aber haltet noch nicht die Luft an!

Stick ‚em with the pointy end

13. April 2014 (18:25 h) – Tags: , ,

Musik: Savatage - Starlight 

Sonntag morgens um zehn sind nur Touristen unterwegs. Die Berliner schlafen noch. Ausser mir, ich bin schon wieder auf Trödelpirsch gewesen. Umgeben von Schweizern, Briten und Baden-Würtembergern.

Auf dem Fehrbelliner Platz gab es eine ganz beeindruckende Jugendstillampe für die Wand, aber ich bräuchte eher eine Tischlampe und für so großes hatte ich eh kein Budget eingeplant. Ansonsten schöne Bilderrahmen und Schnurkes ohne Ende. Ich hatte auf Dekoratives fürs Wohnzimmer spekuliert, was man an die Wand hängen kann, oder auch Figuren. Aber so richtig… Hm. Trotzdem habe ich aber den ganzen Markt abgegrast. Am vorletzten Stand jede Menge Bücher, oben drauf die Nibelungen als Reclamausgabe und darauf ein Schwert. Jup, ein Schwert. Ein dekoratives, keins zum Kämpfen, aber im Schmücken ungemein gut. Ich schätzte, dass die Händlerin vermutlich so um die fünfzig Euro dafür haben wollen würde, aber Fragen alleine kostet ja nix. Und dann sagte sie: „Fünf Euro.“ Ernsthaft? Die Dame hat mir die Überraschung wohl angesehen und erklärte sie wäre gar keine richtige Händlerin, sie löse hier nur den Haushalt ihrer Schwiegereltern auf. Okay. Deren Schwert war dann für ein Taschengeld meins.

Ich bin immernoch ein wenig baff, das war ja nun wirklich kein Preis. Entsprechend grinsend bin ich dann mit aus der Tasche ragendem Schwert zum U-Bahnhof gelaufen um den Weg Richtung 17. Juni anzutreten. Unterwegs wies mich eine ältere Dame auch gleich darauf hin, wie gefährlich das Metall da wäre. Kaum ist man bewaffnet kriegen die Leute Angst.

Und hier die Details, damit man auch was erkennt. Das Heft ist aus Messing, verziert mit historisierendem Dekor. Auf der Parierstange reißen irgendwelche Viecher (Löwen? Fische?) das Maul auf und die Enden bilden diese bemerkenswerten Kreuze. Leider sitzt die Klinge darin ziemlich locker, aber um Robb Stark zu rächen wird es eh nicht langen.

Die Klinge selber ist entsprechend auch kein Valyrischer Stahl. Ein bisschen angerostet, und die tollen Motive darauf sind auch stellenweise abgerieben. Eingerahmt von Schnörkelmuster findet in der Mitte eine Schlachtszene zu Pferde statt. Reiter mit erhobenen Säbeln und so. Voll schön gemacht.

Ich werde das Schwert ins Wohnzimmer hängen. Je mehr ich drüber nachdenke umso begeisterter bin ich nämlich davon. Ich mag, dass es so zierlich und mädchenhaft ist, aber gleichzeitig eine ritterliche Waffe. Als solche repräsentiert sie für mich die Ritterlichen Tugenden während gleichzeitig die Präraffaeliten, Beowulf, Tolkien und ein Rattenschwanz an Fantasy anklingen. Sowas kann man sich schonmal an die Wand hängen.

Mit Schwert bin ich also am 17. Juni aufgekreuzt um noch eine weitere Runde Trödelmarkt mitzunehmen. Das Wetter war inzwischen etwas garstiger geworden aber der Markt trotzdem proppenvoll. Ein ganz entzückender älterer Händler, der Wedgwood-Porzellan aus Großbritannien importiert, unterhielt sich mit mir über die unterschiedlichen Farben der Stücke. Blau ist am verbreitetsten, schwarz aus unerfindlichen Gründen immer am teuersten und neulich hatte er sogar eine rosafarbene Vase. Sensationell. Irgendwann werde ich ihm eine blaue Dose abkaufen, für Schmuck im Schlafzimmer.

Nachdem ein anderer Händler das Schwert sofort als solches erkannte und darauf bestand die Klinge in Zeitungspapier zu wickeln, suchte ich den Stand auf an dem ich neulich Möbelgriffe aus Messing gesehen hatte. Projekt Kommode, ihr wisst Bescheid. Ich hatte den einen verbleibenden Griff von der Kommodentür abgeschraubt und als Größenvergleich mitgenommen. „Zeigen Se ma her!“, sagte der Verkäufer. Und dann: „Dit is Bakelit und een Möbelgriff. Die hier sind Türknäufe.“ Erklärte warum sie so viel massiver und mit Holzschraube auf der Rückseite gearbeitet waren. Wir diskutierten die Verwendbarkeit von Türknäufen als Möbelgriffe, ich entschied, dass das machbar wäre und nahm zwei Messinggriffe mit.

Die haben nicht ganz wenig gekostet, aber sie sind halt sehr schön und passen zur Kommode. Wenn ich bei sowas spare ärgert mich das danach ewig, das habe ich inzwischen gelernt. Den weißlichen Belag in den Vertiefungen der Motive habe ich nach dem Foto noch entfernt bzw mit dunkler Acrylfarbe übergewischt.

Um die Knäufe anzubringen musste ich die Befestigungslöcher in den Türen aufbohren. Keine große Sache. Erfreulicherweise verschwanden die Schrauben auf der Rückseite fast vollständig im Holz und gucken innen nur ganz wenig raus. Deutlich geringere Gefahr hängenzubleiben als bei den Originalgriffen. Das Holzdekor was ursprünglich unter dem Griff war ist nun auch weggefallen, das heißt ich muss es auf der rechten Seite gar nicht mehr ergänzen. Umso besser. Und dann passt die Metallfarbe auch noch so gut zum Schlüsselloch!

Auf dem Trödel blieb ich noch im Bereich der Türbeschläge und schaute mir Klinken, Griffe, Jugendstil-Briefklappen und -awww!- Türklopfer an. So ein Ding wäre auch eine schöne, nutzlose Wandzier. Hm. Leider nicht ganz billig, aber irgendwann nehm ich mal einen mit. Heute gab etwas ähnliches, allerdings von vornherein als funktionslose Dekoration gedacht.

Der Ringlöwe stammt laut Verkäufer aus Tagen der Gründerzeit und war vielleicht zusammen mit seinem Pendant mal an den Seiten einer Uhr befestigt. Tatsächlich sieht er auch nur wuchtig und schwer aus, ist aber aus Messingblech geprägt, nichtmal der Ring ist massiv. Insofern gibt er ein astreines Dekoteil ab und erfreut mit seiner nutzlosen Schönheit mein ästhetizistisches Herz. Auch der wird seinen Platz an der Wohnzimmerwand finden.

Für die Wand sammle ich momentan Dekostücke an. Mit nur einem Teil kann ich ja keine Hängung beginnen, also warte ich bis was zusammenkommt. Schwert, Jugendstil-Rahmen, ein entsprechendes Medaillon, Ringlöwen und einen großen Bilderrahmen der darauf wartet umlackiert zu werden habe ich schon in petto.

Kommode flicken, quer durch die Kulturen

17. März 2014 (10:44 h) – Tags: , , , ,

Musik: Behemoth - Blow Your Trumpets Gabriel 

Die Kommode ist -wenig Wunder- schnell zur Königin des Wohnzimmers geworden. Ich habe Sessel umgestellt um die Möbel harmonischer zu verteilen und neulich war ich extra noch in der Drogerie um dunkle Möbelpolitur zu kaufen. Damit habe ich das alte Stück wirklich sehr schön aufpolieren können. Die Schrammen im Holz sind sehr viel weniger sichtbar und die Oberflächen glänzen nun wieder schön. Dolle Sache.

Was das fehlende Fries auf der rechten Tür angeht habe ich ein paar Pläne im Kopf bewegt. Ziemlich frei nach der japanischen Kintsugi-Technik, bei der zerbrochenes Porzellan mit einem metallhaltigem Kleber zusammengesetzt wird, so dass die Bruchstellen später sichtbar in zB gold hervorgehoben sind, überlegte ich den fehlenden Bereich als Schattenriss in messingfarben aufzumalen. Die Grundform ist ja auf dem ausgeblichenen Untergrund noch gut zu erkennen bzw kann sie gegengleich von der zweiten Tür abgenommen werden. Dazu würden Türgriffe aus Messing dann gut passen.

Das war die erste Idee und ich finde sie auch immernoch ziemlich schön, aber dahinter lauerte noch eine zweite. Die größere Herausforderung die ich deshalb annehmen musste. Wenn ich schon ein gemaltes Teil einsetze, dann kann ich auch versuchen das fehlende Ornament aufzumalen. Also trompe-l’œil: So schattiert, dass es eine Dreidimensionalität vortäuscht und den fehlenden Teil sozusagen hinillusioniert. Mir ist klar, dass das kein geringer Anspruch ist und ich sicher nicht in der Lage sein werde etwas zu malen, das den Betrachter am Ende wirklich hinters Licht führt. Man wird immer sehen, dass hier Farbe statt Holz wirkt. Das ist mir aber auch ganz recht so. Wenn ich die Möglichkeit hätte da aus Holz genau das fehlende Stück nachzuschnitzen, so dass die Tür am Ende aussieht wie vor dem Bruch, dann fände ich das fast zu langweilig. Die Idee hinter Kintsugi, dass etwas durch einen sichtbar nachwirkenden Schaden an Schönheit und Charakter gewinnt, die mag ich sehr gerne. Man soll meiner Kommode also ruhig ansehen, dass sie nicht mehr unversehrt ist.

Ich bin nun zur Tat geschritten und habe die Form des Holzornaments mit transparenter Folie abgenommen. Erst von der rechten Tür, später habe ich Details von der linken, intakten Seite ergänzt. Das ging ziemlich gut. Von der Folie habe ich das Motiv auf Transparentpapier übertragen, es nochmal an der Tür korrigiert und dann die Form aus dünner Pappe ausgeschnitten. Wenn ich auf Pappe male habe ich erstmal schon eine grundlegende Dreidimensionalität durch das aufgesetzte Material, zum anderen macht es mir die Arbeit leichter weil ich nicht senkrecht an der Tür malen muss sondern die Pappe hinlegen kann wo ich will.

Testweise habe ich das Pappstück passgenau in die Lücke gesetzt und obwohl es in weiß noch total rausleuchtet hat sich das Ausfüllen der Lücke schon so gut angefühlt. Wie eine Prothese für die Schönheit des Möbels. Als wenn das Ornament in seinen Formen wieder fließen konnte und die Kommode einmal zufrieden aufgeatmet hat. Ich sehe da auch keinen Widerspruch zur Akzeptanz von Fehlerhaftigkeit. Für mich bedeutet diese nicht zu sagen: „Tja, ist halt kaputt, ist aber okay wenn ich es so lasse“, sondern mit dem Schaden zu arbeiten und irgendwas draus zu machen was den Gegenstand insgesamt oder zumindest seine Ästhetik wieder funktionieren lässt.

Auf dem Boden vor dem Schränkchen hockend habe ich den Einsatz zuerst in einem passenden Braunton bemalt und dabei schonmal die Maserung angedeutet. Ich verwende meine geliebten Aquarellfarben auch wenn ich weiß, dass die nicht wasserfest sind. Mit Aquarell kann ich am besten schattieren und Farbtöne mischen. Die Auswahl an Grundfarben habe ich in Acryl einfach nicht und es lässt sich auch nicht so gut vermalen. Ich werde die Pappe am Ende mit Sprühlack versuchen widerstandsfähiger zu machen bzw den dezenten Glanz des Holzes nachahmen.

Das ist der Stand meiner Schattierungsarbeiten soweit. Weil das geschnitzte Holz so eine glatte Oberfläche hat muss ich ziemlich kräftige Lichter mit Deckweiss setzen. Eventuell muss ich auch die Schatten dazu stärker ausarbeiten. Auf dem Foto wirkt der gemalte Teil recht blaustichig. Das liegt an den mickrigen Lichtverhältnissen, in Wirklichkeit ist es noch ein bisschen schöner.

Ich bin mit dem Projekt bisher eindeutig zufrieden. Wenn ich die Gelegenheit dazu finde, werde ich nochmal nach Möbelgriffen trödeln gehen. Mit sehr viel Glück finde ich irgendwas das sich so gut einpasst, dass ich nur den rechten Griff austauschen muss und der linke, der aus irgendeiner Form von Proto-Plastik besteht, bleiben kann. Wahrscheinlicher werde ich aber beide austauschen. Dann bleibt noch das weggebrochene Ornament auf dem Aufsatz zu ergänzen. Dafür muss mir aber irgendeine Art von Relief in die Hände fallen. Nicht zu groß und thematisch passend.

Trés commode, Madame!

11. März 2014 (20:00 h) – Tags: , , , ,

Musik: Blind Guardian - Battlefield | Stimmung: Tetrislevel fertig gespielt!

Heute früh habe ich mir eine „Can-do Liste“ gemacht weil mir so viele Dinge im Kopf rumschwirrten die ich alle an meinen zwei freien Tagen, also heute und morgen, machen könnte. Könnte, nicht müsste. Alles Sachen auf die ich tatsächlich Lust habe.

Als erstes bin ich dann, weil fantastisch sonniges Wetter war, zum Baumarkt geradelt. Mein erster Fahrradausflug in diesem Jahr, da bin ich etwas zimperlich und vermutlich Schönwetterradler. Der Baumarkt hatte neulich ein Prospekt durchgesteckt und darin waren LED-Lichtleisten beworben. Ich hatte Weihnachten meinen lilafarbenen Sternenlichtervorhang auf dem verglasten Balkon und mochte das farbige Licht was durch die Türen ins jadegrüne Wohnzimmer schien sehr gerne. Den Effekt will ich jetzt mit farbigen LEDs emulieren. Am besten mit Farbwechsel und Fernbedienung. Dafür habe ich heute Equipment gekauft.

Außerdem brauchte ich Blumentöpfe um meine fröhlich wuchernden Echeveria umzutopfen. Nachdem ich die in meinen Einkaufskorb geräumt hatte kamen noch ein Kratzbrett für die Kitties mit sowie Katzenfutter und drei ganz entzückend niedliche Mini-Sukkulenten.

Sind die nicht goldig?! Sukkulenten wachsen auf meinem Balkon wie bescheuert weil sie da viel Sonne haben, deshalb hab ich mich getraut noch mehr davon anzuschaffen. Das rechte sind Lithops, und sie sehen wirklich wie Steine aus. Oder wie Augen. Das mochte ich. Was die beiden anderen sind muss ich noch herausfinden. Sehen aus wie kleine Aliens. Ich finde die drei da auf ihrem gemeinsamen Untersetzer total niedlich und bin gespannt wie sie sich machen werden.

Nachdem ich das Fahrrad noch ein zweites Mal bemühen musste weil ich natürlich nicht daran gedacht hatte auch Kakteenerde mitzubringen, konnte ich auch die Echeveria umtopfen. Dabei habe ich der einen Pflanze gleich ihre Ableger abgeschnitten und diese einzeln eingepflanzt. Mal gucken ob sie werden.

Vorne steht der Ingwer den ich neulich eingepflanzt habe. Auch der ist so gut gewachsen, dass ich ihn heute umgetopft habe. Schon ein ganz hübscher Garten. Der allerdings *hust* auf leeren Umzugskartons steht. Wenn ich den Balkon mache wird das alles besser, versprochen!

Das Kratzbrett was ich den Haustieren gekauft habe legte ich erstmal auf den Teppich im Wohnzimmer. Seit ich nämlich eine total zerfledderte Kratzgelegenheit im Arbeitszimmer ausgetauscht habe, gehen die Katzen da nicht mehr dran und wetzen ihre Krallen lieber an meinen Orientteppichen. Da bin ich nicht so begeistert von, also legte ich das Brett etwa auf die Stelle die sie bekratzen. Toyah kam, schnupperte dran und drehte sich wieder um. Siouxsie ging schnurrstracks auf das Ding zu, stellte sich drauf und fing an zu kratzen als wenn das schon ewig da läge. Die gute Katze! Und so schlau! Eigentlich will ich das Brett lieber an der Wand haben, aber Hauptsache es wird erstmal angenommen.

Nachdem ich also mit Pflanzen und Katzen durch war hab ich nochmal auf die Can-do Liste geschaut. Was könnte noch? Oh, „Trödler aufsuchen – Kommode klarmachen“ klingt gut. Also wieder aufs Rad, in die Richardstraße geradelt. Sie waren noch da, die Kommoden die ich in meine Auswahl genommen hatte. Dem Favoriten hatte man inzwschen sogar einen losen Türgriff festgeschraubt. Überhaupt strahlte der mich heute so richtig an. Also Händler aufgesucht, Preis erfragt. 85 Euro. Gebongt.

Im Hof stand grade der Lieferwaren, da boten sie mir an die Kommode gleich zu liefern. Nun musste ich mich tatsächlich beeilen um vorher zu Hause zu sein. Kaum war ich da, rief der Händler an um sich zu entschuldigen, dass er doch keinen Schlüssel für die Schranktür hat. Nagut, nicht so wichtig. Aber sehr nett, dass er extra angerufen hat. Kurz darauf klingelten auch schon seine Kollegen und schleppten mein tonnenschweres Möbel fluchend in den zweiten Stock. Und da ist sie nun, die Kommode.

Mit Möbeln kenne ich mich nicht so aus, deshalb tue ich mich recht schwer damit das Stück zu datieren. Vor dem zweiten Weltkrieg. Aber wie weit? Jahrhundertwende? Eigentlich zu wenig Jugendstil. Für Historismus zu schlicht, für Biedermeier schon wieder zu verspielt, finde ich.

Zu Hause habe ich meine Neuerwerbung erstmal geputzt. Stand beim Händler zwar überdacht aber trotzdem fast draußen. Da kam ganz gut Dreck runter. Natürlich ist das Stück nicht in Top-Zustand. Beim Aufsatz ist mittig das Zierelement weggebrochen und auf der rechten Tür fehlt es auch. Der Lack ist zerschrammt, hat Wachsflecken und kleine runde Stellen wo mal was drauf stand. Es würde mich ja brennend interessieren was das war und was die Kommode überhaupt schon so gesehen hat.

Der rechte Türgriff ist weg, da habe ich aber ja schon was auf dem Trödel am 17. Juni ausspioniert. Was ich anstelle der fehlenden Zierdinger mache weiß ich noch nicht, aber ein paar vage Ideen gibt es schon. Mich stören diese Blessuren ehrlich gesagt überhaupt nicht. Da hat jemand halt Geschichte und Charakter. Und gibt mir die Chance dem noch eine persönliche Note hinzuzufügen.

Die Kommode ist ziemlich groß, ich werde ohne Probleme meine Xbox, die Spiele und DVDs drin unterbringen. Und mehr. Auf dem Aufsatz (oder davor) sollen die Jugendstil-Buchstützen stehen und ein paar alte Bände halten. Und dann wäre noch Platz für eine Tischlampe. Ich habe erstmal diesen schwarzen Plastikleuchter draufgestellt, aber so richtig gefällt mir das nicht. Da kann gerne noch was altes. Die Innenfächer der Kommode waren mal mit Papier ausgeschlagen, es sind noch Reißnägel und ein Papierschnipsel drin gewesen. Das könnte ich auch wieder machen. Für Kabel werde ich schamlos ein Loch in die Rückwand bohren. Das hätte ich bei einer neuen Ikea-Kommode auch gemacht.

Das Wohnzimmer ist auf einmal deutlich voller, aber ich sehe jetzt die Gestaltung der ganzen Wand heranreifen. Da freu ich mich schon drauf.

Und bis die Katzen in und auf die Kommode geklettert waren hat es natürlich auch nicht lange gedauert.

Heute mit Schimpfwort

6. März 2014 (10:07 h) – Tags: , ,

Musik: Testament - Henchmen Ride | Stimmung: Und während die Haarfarbe einwirkt blogge ich das schnell!

So, ich habe endlich das Fenster im Wohnzimmer fertig. Bereits im September hatte ich Vorhänge und ein Gardinenrollo dafür genäht. Letzteres endet oben recht unromantisch in einer Klettleiste und auch die Vorhangstange darüber war nicht die reinste Schönheit. Beides galt es also zu verdecken, dafür habe ich einen Querbehang aus Stoff (=Schabracke) genäht.

Ursprünglich hatte ich darauf spekuliert für die Schabracke einen Rest braunen Samt vom Sofabezug verwenden zu können, aber so viel blieb gar nicht mehr übrig. Nun habe ich mich dazu entschieden, den Querbehang aus einem der Stoffe zu fertigen, die auch im Vorhang vorkommen: Aus dem braunen Chinajacquard. Ein absoluter Widerling in der Verarbeitung. Verschiebt sich ständig und verzieht sich in sich selbst, so dass schon das Aufzeichnen eines Rechtecks eine Herausforderung ist. Das hat wenig Spaß gemacht und musste alle naselang korrigiert werden.

Für die Schabracke habe ich mich grob hier dran orientiert. Eine rechteckige Grundform, einen zweiten Stoff mittig aufsetzen und ganz viel Borte drumherum. Und hier hatte ich die Idee her, seitlich eine breite Borte als senkrechten Abschluss zu verwenden. Die gestufte Unterkante gefiel mir auch, es stellte sich aber heraus, dass von den Bortenresten die ich für die Unterkante verwenden wollte nicht mehr genug für eine Stufe vorhanden war, also starb die Idee schnell dahin.

Nichtsdestoweniger entwickelte mein Stoffbehang schnell den königlichen Charme eines Krönungsornats. Das macht die Borte, es schadet aber auch nicht zwei gemusterte Stoffe mutig zusammenzustellen. Den dunkelblauen Sarirest hatte ich kürzlich in einer Kiste gefunden und seine längliche Form verlangte geradezu nach einem Einsatz auf der Schabracke.

Hölzer und Winkel für die Wandbefestigung hatte ich neulich schon gekauft. Als ich die anschrauben wollte stellte sich heraus, dass irgendein Depp (->ich) weder den Akku in der Bohrmaschine noch den Ersatzakku aufgeladen hatte. Also Unterbrechung. In der Zeit habe ich silber-goldene Münzpailletten mit Holoeffekt an die Unterkante der Schabracke gestickt. Jede mit acht Rocailles aufgefädelt, so dass sie schön locker hängen.

Die Münzpailletten sind groß genug um auch auf Abstand zu wirken und ich mag den Effekt wirklich gerne. Überhaupt bin ich mit der Schabracke sehr zufrieden. Ich konnte gut die Reste von verschiedenen Goldborten aufbrauchen, auch die Stoffe und Perlen/Pailletten stammen alle aus meinem Bestand. Es lohnt sich bei mir also durchaus Glitzerkram erstmal auf Vorrat zu horten und wenn man ein Projekt auflöst die Borten runterzurupfen. Die Troddelborte am Saum der Schabracke stammt zB von einem Wandbehang den ich in der Loggia meiner letzten Wohnung hatte.

So sieht das Fenster nun aus. Ich habe bei Kunstlicht fotografiert weil tagsüber einfach zu viel Gegenlicht ist und die Kamera damit überhaupt nicht klar kommt. So sind halt die Farben nicht ganz okay. Sorry.

Fürs Wohnzimmer fehlen damit noch vor allem das lange Tetriselement die Kommode, ein Vorhang vor der Balkontür und ganz viel Wanddeko. Ich warte auf den Moment wo es klick macht und aus der Dauerbaustelle eine gypsymäßige Höhle wird. Dafür braucht es mMn noch viel Kram und am Beleuchtungskonzept kann ich auch noch arbeiten. Ein oder zwei kleine Teppiche würden auch helfen. Und Bemalungen. Und Räucherstäbchen.

Was wächst und was ich selber aufziehen musste

28. Januar 2014 (21:59 h) – Tags: , , ,

Musik: Metallica - Ride The Lightning 

Meine Mutter hat einen wunderschönen Garten der dauernd gelobt wird, auch von Profi-Gärtnern. Drinnen quellen die Fensterbretter über vor Pflanzen und ständig blüht irgendwas. Dieses Pflanzen-Gen habe ich nicht geerbt. Ich mag Grünzeug. Aber es mag mich nicht so. Jede Efeupflanze die meine Mutter mir geschenkt hat ging ein, das Katzengras würde genauso dahinsterben wenn es nicht vorher runtergefressen wäre. Ich habe irgendwie kein Händchen für sowas.

Immerhin komme ich mit Grünlilien klar, die brauchen ja auch fast nichts. Deshalb habe ich mir noch ein paar Sukkulenten angeschafft, die nehmen es auch nicht übel wenn ich sie zwischenzeitlich komplett vergesse. Aloe Vera zum Beispiel. Die wächst wie bescheuert. Ich habe neben meiner Ur-Pflanze schon einen Ableger großgezogen und ein halbes Dutzend weitere verschenkt. Aloe Vera scheint bei mir zufrieden zu sein.

Und nicht nur das. Die Pflanzen stehen auf meinem verglasten Balkon und seit ich dort die Heizung ein klein wenig aufgedreht habe, scheint die Aloe richtig glücklich zu sein. Denn das Mutterschiff macht eine Blüte. Eine BLÜTE! Ich bin so stolz drauf.

Auch die Echeveria, die ich im August nur gekauft hatte weil sie mit nachtleuchtender Farbe besprüht waren, entwickeln sich prächtig. Sie haben haufenweise neue Blätter gemacht, so dass der Nachtleuchteffekt fast hin ist. Und jetzt wollen sie den Aloeveretten wohl nicht nachstehen.

Denn auch sie machen Blüten. Oder zumindest glaube ich, dass es Blüten sind. Könnten auch kleine Mäulchen sein, ich lege mich da lieber nicht fest.

Ich will ja mit dem verglasten Balkon noch einiges anstellen. Unter anderem Teppich verlegen und eine gepolsterte Bank reinbauen. Das wird am Ende sicher ein schönes zusätzliches Zimmer und die glücklichen Pflanzen dürfen dann gerne dort weiterwuchern.

A propos gepolsterte Bank. Polstermöbel habe ich auch neulich beim Wickel gehabt. Nachdem ich das Sofa bezogen hatte, sollte nämlich auch das kleine Katzenmöbel nachziehen. Großes Samtsofa und kleines Samtsofa.

Das Katzensofa habe ich 2008 bei Ikea gekauft, inzwischen gibt es das gar nicht mehr. Es war mit einem schwarzen Stoff bezogen der mit gekrönten Hunden und Katzen in rot bedruckt war. Ziemlich niedlich, passte aber jetzt nicht mehr so gut ins Wohnzimmer.

Ich habe es jetzt mit dem gleichen Samt bezogen wie das große Sofa. Und weil ich inzwischen gelernt habe wie der elastische Stoff besser zu verarbeiten ist, sitzt der Bezug beim Katzensofa auch deutlich besser. Nicht, dass die Katzen das interessieren würde.

Den Schnitt konnte ich vom Originalbezug abnehmen. Auch der Neue ist abklettbar und kann im Zweifelsfall gewaschen werden. In der Ecke am Fenster sieht das Katzensofa jetzt sehr hübsch aus, allerdings sitze ich mehr drauf als die Tiere. Vielleicht sollte ich es weiter an die Heizung schieben.

Ist mir egal, ich lass das jetzt so!

3. Dezember 2013 (18:45 h) – Tags: , ,

Musik: Ektomorf - Everything | Stimmung: Meine Küche duftet nach Hyazinthen

Das Sofa ist fertig, ich bin aber nicht hundertprozentig zufrieden mit meinem selbstgenähten Bezug. Wie ich schon befürchtet hatte rächt sich der elastische Stoff und mein Bezug wirft viel mehr Falten als nötig sind. Wenn ich das gleich gewußt hätte, hätte ich in der Weite ein paar Zentimeter rausgenommen, aber hinterher ist man ja immer klüger.

Ich meine, es ist kein Weltuntergang und passt auch zu dem schrabbeligen Charme den ich an dem Samt so schätze, aber naja.

Da sieht man es. Die langen Stücke an denen der Stoff querelastisch ist dehnen sich unweigerlich. Viele Falten an der Lehne und Vorderkante. Ich habe aber ehrlich gesagt auch keine Lust das wieder auseinander zu nehmen oder ähnliches. Bezug ist drauf, er hat wenig genug Spaß gemacht, also bleibt er drauf.

Zum Vergleich: So sah Kramfors vorher aus. Bezug hat auch nicht richtig gesessen. Vor allem die Sitzkissen waren eine Katastrophe. Das zumindest scheint besser geworden zu sein.

Nungut, sei der Bezug also wie er will, das Sofa ist nun meins. Oder besser Siouxsies, sie weicht ihm kaum von der Seite. Neulich lümmelte ich also mit George Martin und zwei Katzen auf dem Sofa und dachte daran wie viel schöner es noch wäre wenn ich endlich meine schon lange geplante Ablage hinter der Lehne hätte. Und daran eine Leselampe.

Die Idee habe ich mal aus dem Ikea-Katalog abgewandelt. Hinter der Sofalehne eine Lattenkonstruktion in Form eines umgedrehten Us, so dass man Gläser und Tassen nicht auf der Lehne balancieren muss. Das waagerechte Brett wollte ich an einer Seite überstehen lassen damit ich dort eine Klemmlampe befestigen kann die mal meinem Vater gehört hat.

Entschlossen suchte ich also meinen Baumarkt auf und kaufte Bretter, Holzlasur, Winkel und Flachverbinder. Letztere weil ich das lange Brett angestückelt habe. Nicht so wahnsinnig elegant, aber besser als ein Drei-Meter-Holz mit dem Bus zu transportieren.

Mithilfe der Stichsäge schnitt ich die Bretter zu. Den senkrechten Seitenteilen spendierte ich noch einen Ausschnitt für Fußleiste und Kabeldurchführung. Man sieht darunter das angesetzte Ende, es wird aber gleich viel unauffälliger.

Dann habe ich die Hölzer nämlich angestrichen. Mit Holzlasur in kolonial-dunkel. Damit kann man zwar aus Kiefer kein Mahagoni machen, aber der dunklere Farbton ist trotzdem total schön geworden und passt prima zum Sofabezug. Vor allem hat das Holz seine schöne Maserung behalten.

Das trocknete über Nacht durch. Ist zwar schadstoffarme Ökofarbe, aber riecht trotzdem noch so doll, dass ich später erstmal ein Rächerstäbchen angemacht habe.

Am nächsten Tag konnte ich die drei Bretter dann zum U zusammenbauen. Obwohl ich im Baumarkt schon die gradesten ausgesucht hatte, waren die Bretter trotzdem noch völlig verzogen und ich hätte ruhig zwei Winkel verwenden können um das an der Ecke etwas grade zu ziehen. Wäre dann aber mit den Flachverbindern ins Gehege gekommen und ach, ist mir auch egal, ich lass das jetzt so.

Mit zwei weiteren Winkeln habe ich das Teil dann an die Wand gezwungen. Die linke Seite drückte sich dabei grade, die rechte stand von der Wand weg und ich wollte sie schon mit einem weiteren Winkel bezwingen. Hab dann aber ausprobiert ob es reicht das Sofa dagegen zu schieben und voila: Problem gelöst.

Das ist sie also, die Ablage hinter dem Sofa die so viel praktischer als der Couchtisch ist. Hier werde ich Glühweintassen, Schokolade und LED-Kerzen abstellen und immer alles griffbereit haben. Das Sofa steht jetzt fünfzehn Zentimeter weiter im Raum, aber das ist ja quasi nichts.

Und hier klemmt meine neue alte Leselampe. Sie ist siebziger und starwars und fast wollte ich sagen, sie passe deshalb nicht richtig ins Wohnzimmer, aber das Thema des Zimmers ist Eklektizismus. Alles passt.

Mit Lichterketten und den wieder ausgerollten Teppichen ist das Zimmer nun schon wirklich schön und gemütlich geworden. Ich will noch die Schabracke überm Fenster machen und ein paar Lampen könnten auch noch, aber die größte Baustelle ist jetzt noch die Wand gegenüber des Sofas. Dafür habe ich Pläne, immerhin. Es sprechen mich ab und zu mal Leute darauf an, dass ich keinen Fernseher habe. Ehrlich gesagt steht der ganz hinten auf der Prioritätenliste und als die Freunde, denen ich meine Xbox ausgeliehen habe, neulich erzählten wie viel Spaß sie mit der Konsole haben ist er gleich noch ein wenig weiter nach hinten gerutscht.

The kings of winter on their thrones

25. November 2013 (20:52 h) – Tags: , , ,

Musik: Savatage - Paragons Of Innocence 

Um mit dem Wohnzimmer voranzukommen, wie ich es mir ja vorgenommen hatte, war ich neulich bei Ikea. Auf der Einkaufsliste vier Dinge: Kissen fürs Sofa, Lammfellimitate, Lichterkette und ein tiefer Bilderrahmen.

An Kissen – also Innenkissen, die man noch beziehen muss – habe ich jede Menge mitgenommen. Zwei große, ein längliches und zwei kleine. Einem von den kleinen habe ich zuhause gleich einen Bezug übergezogen den ich schon vor Ewigkeiten mal genäht hatte. Diesen hier. Dann erinnerte ich mich an einen violetten Acetatsamt aus dem Gruftie-Ich vor zehn Jahren mal eine Corsage oder sowas ähnliches machen wollte. Nun ist er ein Bezug für ein großes Kissen geworden.

Was ich auch gleich verarbeitet habe sind die Lammfellimitate. Sie heißen Tejn und ich hatte sie im Katalog gesehen. Zwei davon, dachte ich mir, würden einen schönen Überwurf für meinen Freischwingersessel ergeben. Weil Ikea die Felle in der Woche auch noch reduziert hatte, habe ich gleich drei mitgenommen und werde das Überzählige vermutlich irgendwann aufs Sofa packen, einfach so zum Kuscheln.

Die anderen beiden habe ich an ihren graden Schmalseiten zusammengenäht. Das ging problemlos weil sie ja wie Kunstplüsch auch nur Fusseln sind die in eine Geweberückseite eingeknüpft wurden. Die Nahtstelle sieht man in dem ganzen Gebausche auch gar nicht mehr. Ich habe dann den Originalbezug vom Sessel wieder rausgesucht weil der auch so beige ist. Bis dahin hatte Kimsta ja einen selbstgenähten Bezug drauf und sah so aus. Den Fellüberwurf habe ich dann nur oben an den Bezug genäht, alles draufgezogen und fertig ist der etwas siebziger-mäßige Wintersessel.

Die Abnahme durch den Haustier-TÜV erfolgte umgehend und Siouxsie hat den Sessel seither auch kaum verlassen. Tatsächlich haben wir den ganzen Sonntag so verbracht: Frauchen lesend auf dem Sofa, Siouxsie auf dem Flauschisessel und Toyah auf der Heizung.

Hier sieht man auch das kleine Kissen mit dem Devotionalienkitsch-Bezug. Das lasse ich für die Katzen auf ihrem kleinen Sofa.

Der Punkt Lichterkette entpuppte sich als der teuerste Posten auf meiner Ikea-Liste. Für fast zwanzig Euro habe ich einen Lichtervorhang mit Schneeflocken mitgenommen. Den will ich ins Küchenfenster hängen. Meine gesamte Weihnachtsdeko besteht nämlich nur aus Lichterketten. Weil ich die Dunkelheit manchmal so bedrückend finde. Deshalb ist es auch okay nochmal in Sachen Beleuchtung aufzustocken. Hab bei amazon auch noch weitere Ketten bestellt.

Den Bilderrahmen habe ich dann auch noch gekauft, dazu gibt es aber mehr wenn ich ihn verbastelt habe. Und weil man bei Ikea ja nie rauskommt ohne noch irgendwas zu kaufen, habe ich noch drei Hyazinthen für zusammen einen Euro mitgenommen und zwei Flaschen alkoholfreien Glögg. Zwei zu vier ist relativ gesehen eine miese Bilanz. Ist mir aber egal.

Und weil ich mir vorgenommen habe die restlichen Kissenbezüge erst zu machen wenn das verdammte Sofa endlich bezogen ist musste ich mit dem Samtbezug weitermachen. Und siehe da: Das Sofa hat nun zwei fertig bezogene Sitzkissen. Die bestanden aus entmutigend vielen Einzelteilen, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Fehlt noch das restliche Ding…