Don’t forget to be awesome

2. März 2013 (15:20 h) – Tags:

Musik: Irgendwas von Unisonic auf einer CD namens "Toast 1" | Stimmung: *schnief* *hust* *röchel*

Da habe ich neulich noch darüber nachgedacht, woran es wohl liegen mag, dass die Frau mit dem lächerlich schwachen Immunsystem (<- thats me) in diesem Winter noch gar nicht krank geworden ist, und prompt fühlt sich eine Erkältung auf den Plan gerufen. Danke auch. Jetzt bin ich krankgeschrieben und sitze mit Plüschdecke, Schniefnase und leicht erhöhter Temperatur am Rechner. Während draußen zum gefühlten ersten Mal in diesem Jahr die Sonne scheint. Egal. Ich habe einen neuen, schnellen, wunderschönen Rechner. Damit macht Photoshop wieder richtig Spaß.

Und deshalb möchte ich auch mein Blogdesign endlich mal überarbeiten. Die Farben sollen ein wenig anders werden (aber jetzt auch nicht pink oder so!) und ich will vor allem einen neuen Header zeichnen. In dem sollen natürlich wieder meine Katzen und ich vorkommen. Außerdem alle möglichen Dinge die auch in diesem Blog immer wieder auftauchen. Ihr werdet sehen.

Heute habe ich schonmal mich gezeichnet. Die Outlines zum größten Teil mit Bleistift, alles andere dann digital. Als Referenz habe ich dieses Stockfoto verwendet.

Das ist auch die Originalgröße der Zeichnung. Weil es ja für den Header ist habe ich es nicht größer gemacht. Ist auch so schon wieder viel zu detailreich geworden. Das mache ich jedes Mal und dann verschwindet es alles beim Verkleinern.

Ich mag die Pose weil die Hände im Vordergrund stehen. Alles was ich hier blogge ist ja schließlich mit meinen Händen genäht, gebastelt, fotografiert, geschrieben. Außerdem gibt es einen schönen Platz für ein Shirtmotiv. Den hat natürlich die beste Band der Welt bekommen. Meine geliebte Armbanduhr habe ich auch abgebildet, ebenso ein generisches Sommeroutfit und wenigstens einen Ohrring.

Und jetzt geh ich die Katzen zeichnen.

Damit Adolf Loos Recht behält

9. Oktober 2012 (14:20 h) – Tags: ,

Musik: Van Canto - The Mission 

Wer sich zu viel Zeit lässt, den bestraft das Universum. Mich, die ich mich in trügerischer Sicherheit bewogen hatte, nun damit, dass ich erstmal nicht mit meiner Retro-Sci-Fi-Jacke weitermachen kann. Ihr erinnert euch vielleicht noch, ich wollte so eine orangefarbene Riffeljacke nähen, wie Luke Skywalker sie am Anfang von “The Empire Strikes Back” trägt, die sogenannte Hooth Snowspeeder Jacket. Und dafür hatte ich vor langer Zeit schon orangefarenes Nylon bei Extremtextil ausspioniert. Das wäre ziemlich ideal für die Jacke gewesen. Als ich es nun bestellen wollte, musste ich aber feststellen, dass die Farbe leider momentan nicht verfügbar ist. Dammich!

Also erstmal keine Jacke. Und was mache ich wenn ich nicht ins Weltall kann? Richtig, ich verstecke mich in meiner anderen Epoche, der Zeit um 1900. Die dort ansässigen Präraffaeliten sollen auch ein Projekt bekommen, dazu aber mehr wenn ich tatsächlich Stoff gekauft habe und es losgeht. Und wen kann man noch besuchen wenn man grad mal da ist? Achja, den Jugendstil. Da habe ich wieder meine Dover Pictorial Archive Ausgaben gewälzt und eigentlich Bordüren gesucht. Gefunden habe ich aber hübsche Frauen und dramatischen Faltenwurf. Und weil ich grad Lust drauf hatte, hab ich eine zweite Version einer Tattooidee gezeichnet.

Das hatte ich noch gar nicht hier erzählt. Es gibt die Idee in meinem Kopf, ein Tattoo machen zu lassen, was meine ästhetizistischen Freunde aus der Magisterarbeit würdigt. Genauer gesagt Hugo von Hofmannsthals “Lebenslied” denn das sagt eigentlich alles und nichts über seine Zeit, das Leben, die Kunst und das All aus. Erscheint mir insofern eine gute Grundlage und ungemein dekorativ wäre es auch. Ich würde die Tiere aus dem Gedicht, also Adler, Lamm und Pfau, als Jugendstilgrafiken umsetzen wollen.

Das ist keine Idee die ich sofort machen muss, ich will erstmal sehen wie es sich entwickelt. Seit Geburt des Gedanken ist das Tattoo nämlich schon von der Wade auf den Rücken umgezogen und die Tiere habe ich durch eine generische Jugendstiltrutsche ergänzt. Frau mit Flatterlaken und Schnörkelhaaren ist gleich viel mehr Jugendstil als alles was ich mit den Tieren machen könnte.

Das hier war die erste Skizze. Ich war anfangs sehr skeptisch, ob es eine gute Idee ist sein Tattoo selber zu zeichnen, aber inzwischen mag ich den Gedanken. Und, mal ehrlich, ich kann das eh nicht aus der Hand geben, ich Kontrollfreak.

Ich wusste noch nicht so recht wohin mit dem Lamm, hatte es später noch links neben die Frau gesetzt. Aber die Adler auf dem Handgelenk (physikalisch zugegeben eine kleine Herausforderung) war schonmal super. Das Kleid brauchte ordentlich Bausch und dieser Sternennimbus gefiel mir auch sehr gut. Wenn überhaupt wäre die Frau eine Allegorie auf Leben, Kunst und All, da dürfte sie ruhig so gekrönt sein.

Die Zeichnung lag etwa ein Vierteljahr. Erst jetzt hatte ich, wie gesagt, Lust es nochmal neu zu versuchen. Diesmal andere Pose und dank Referenz auch besserer Faltenwurf.

Links oben sieht man noch ein wenig von meiner Vorlage, die ich aber freihand und gespiegelt abgemalt habe. Und dann alles außer Gesicht und Faltenwurf verändert. Ich mag die frontale Position der Frau, das gefällt mir besser als ein Profil, auch wenn der muchaeske Kopfschmuck nun natürlich weg ist. Ihre Haare könnten fast noch dramatischer sein. Der Adler sieht hier noch sehr nach Papagei aus, aber den habe ich auch noch nicht geübt. Eher unzufrieden bin ich mit dem unromantischen Kasten da unten. Ich brauche etwas wo das Lamm drauf stehen kann, sonst kommt es nicht an ihre Hand ran. Und die Berührung finde ich irgendwie ganz gut. Trotzdem gibt es bestimmt irgendeine elegantere Lösung für einen Schnörkelpodest oder sowas. Ich guck nochmal in meine Bücher.

Latente Verbrecher und degenerierte Aristokraten

3. März 2012 (15:24 h) – Tags: ,

Ich habe die “Jugendstil”-Zeichnung zum Abschluss gebracht. Ich bin von meiner Arbeit nicht völlig überzeugt und deshalb fehlte mir gegen Ende auch etwas der Elan, aber ich habe fürs nächste Mal Einiges gelernt. Und darauf kommt es am Ende ja auch an. Jedenfalls nenne ich die Zeichnung an diesem Punkt fertig:

Diesen nicht übermäßig originellen Hintergrund mit ubiquitärem Rundschnörkel habe ich noch dazugefügt. Die Farben habe ich im Bereich braun-dunkelblau gelassen. Während des Zeichnens im Photoshop war ich einmal mit meinen Shortcut verrutscht und statt Strg+U (Farben / Sättigung / Helligkeit ändern) bin ich bei Strg+I (Farben invertieren) gelandet. Das ergab auf dem hellen Hintergrund mit der Papierstruktur ein dunkles Blau mit hellen Strenkeln. Das Weltall! Nachdem ich den Effekt entdeckt hatte, musste ich ihn natürlich auch verwenden. Also habe ich das Weltall noch etwas verbessert und mittig in meinen Rundschnörkel gesetzt. In Kombination mit den Brauntönes des restlichen Bildes könnte man jetzt auch ein Steampunk-Raumschiff hineininterpretieren. Seht ihr wir aufwändig der Innenraum und die Bullaugen dekoriert sind? Von rechts zieht es herein weil jemand die Luftaufwertungsmaschine zu stark eingestellt hat. Das hat sich bestimmt Jules Verne ausgedacht.

Ähm, ja. Das Steampunkt-Raumschiff war nicht beabsichtigt und ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Reden wir lieber über den Text unten rechts. Weil ich das Laken und die Schärpe nicht ordentlich zuende gemalt hatte und dann aber auch nicht so viel vom unteren Rand wegschneiden wollte, habe ich diese Stufe mit Schnörkel eingebaut. Und die schrie nach einen mehr oder weniger sinnigen Text, der den leeren Raum dekorativ ausfüllen sollte. Ich war schon fast so weit etwas völlig Profanes zu schreiben, denn ich wollte ja lediglich den Zierwert der Buchstaben nutzen. Auf Grundlage des Ästhetizismus könnte man den Blanktext übrigens bis zur Kunstform hochargumentieren, wenn man denn wollte. Während ich also über Nutz- und Zierwert von Buchstaben nachdachte, kam mir ein Zitat in den Sinn, das ich vor sehr langer Zeit mal irgendwo kontextlos aufgeschnappt hatte. Unser aller Freund Google wusste natürlich mehr und so landete ich schnell bei Adolf Loos und seiner Streitschrift “Ornament und Verbrechen” aus den Jahr 1908. Loos war Architekt und wandte sich gegen die übermäßigen Verzierungen und Ornamentalisierungen von Gebrauchsgegenständen und Gebäuden. Man mag argumentieren, dass er dabei ebenso übers Ziel hinaus schoss, aber das ist bei den radikalen Stilwechseln in der Kunstgeschichte ja öfter der Fall. Jedenfalls bezeichnet Loos das Ornament als Verbrechen, als nutzloses, arbeitszeitraubendes Symbol einer rückschrittlichen Gesellschaft. Auch wenn ich eher Freund einer ausdekorierten Ästhetik bin kann ich seinen Punkt nicht vom Tisch weisen. Wer sich selber mal einen Eindruck verschaffen möchte findet hier Auszüge aus “Ornament und Verbrechen”. Vor allem der einleitende Absatz in dem Loos über tätowierte Menschen spricht entbehrt aus heutiger Perspektive nicht einer gewissen absurden Komik.

Warum aber nun gerade Adolf Loos unter einem Versuch sich an den Jugendstil heranzuprischen? Ich empfand den zitierten Satz als ganz passend und ein wenig ironisch, denn das was ich da mache ist ja gerade der Versuch nichts Neues zu erschaffen sondern Altes erneut und ohne großen persönlichen Einfluss durchzukauen. Also kein neues Ornament, wohl aber ein Ornament. Mit etwas Augenzwinkern.

Wollen wir aber nochmal zu meiner Zeichnung zurückkehren und ein paar Details anschauen. Hier sehen wir einige Dinge die ich gelernt habe. Plastische Effekte reduzieren: Die Haare sind fast gar nicht schattiert und bei der Haut habe ich mich ja auch zu weniger Lichteffekten gezwungen. Im Kontrast dazu stehen das deutlicher ausgearbeitete Laken und die unruhigen Bereiche mit dem kleinteiligen Schmuck. Farbige Schatten: Sind eigentlich immer wichtig und in jedes Bild einzuarbeiten. Hier bin ich mit den Farben aber etwas mutiger gewesen und habe flächig mit rot und grün gearbeitet. Die Hautfarbe versucht nichteinmal realistisch zu wirken. Linienstärken: Die äußere Kontur ist dicker als die inneren, die ich teilweise auch in braun statt schwarz gemacht habe. Wirkt auf uns erstmal wie ein Comic, hatte um die Jahrhundertwende aber einen anderen Effekt. Generell gilt: Lieber flächig und ornamental als realistisch. Die Auflösung “realistischer” Details wie Haare oder Stofffalten in zweidimensionale Ornamente. Man kann sich da wirklich einiges erlauben, aber es ist erstmal ziemlich schwer sich von den gängigen Vorstellungen und dem üblichen Versuch einer realistischen Darstellung zu lösen. Fand ich zumindest.

Hier habe ich nochmal einen anderen Ausschnitt gewählt. Weil mir nämlich aufgefallen ist, dass ich mich selber wesentlich einfacher davon überzeugen kann hier einen unbekannten Mucha auf dem Bildschirm zu haben, wenn ich nicht das Gesicht meiner Figur sehe. Die Schärpe zum Beispiel finde ich schon total gelungen.

Was ist also das Problem mit dem Gesicht? Das hatte ich neulich schon kurz angeschnitten. Es liegt bereits an der Linienzeichnung. Hier hat ein Bewohner des einundzwanzigsten Jahrhunderts das gemalt was er für eine hübsche weibliche Person hielt. Schönheitsideale ändern sich aber laufend. Wie wichtig es ist sowas zu berücksichtigen war mir noch nicht klar als ich meine Vorzeichnung gemacht habe. Inzwischen habe ich gesehen, dass Miss Jugendstil niemals eine so deutliche Kinnlinie hätte. Wenn möglich hätte sie den Kopf weiter in den Nacken gelegt und es hätte diese typische Unterperspektive gegeben. Sie hätte auch keine so schmalen Arme und ihr Augenaufschlag wäre sehr viel lasziver. Überhaupt wäre mehr Ungefähres in ihrem Gesicht. Ein bisschen Trauer und Entrückung.

So weit also mein vorläufiges Fazit zum Projekt “Jugendstil”. Ich habe einiges gelernt, viel entdeckt und es war sehr spannend sich mal in diese Epoche hineinzuvertiefen. Natürlich würde ich damit gerne weiter machen und mich auch zeichnerisch weiter verbessern, aber es stehen auch noch viele andere Projekte um mich herum und scharren mit den Füßen. Was ich als nächstes mache hab ich noch nicht entschieden, also haltet bitte nicht den Atem an ;)

Meet Miss Leonie!

27. Februar 2012 (14:48 h) – Tags: , , , ,

Szene Eins. Eine Bar die ihre besten Zeiten bereits hinter sich hat. Die Stühle sind hochgestellt, auf dem Tresen steht ein Putzeimer. Mitten im Raum balanciert Leonie auf einer Leiter und poliert einen derangierten Kronleuchter.
Leo (bestimmt) Die Zeit wird entfalten, was gefältelte List verbirgt …!
Sie zieht einige gefaltete Blätter aus der Schürze, blickt darauf.
Leo …sie verdeckt Fehler, verlacht zuletzt mit Schande! … Verlacht zuletzt mit Schande!
Sie räuspert sich, blickt stolz über den Raum. Mit einer Geste: 
Die Zeit wird entfalten, was gefältelte… wird verfalten was entfältelt… (schüttelt den Kopf) Ach, die Cordelia ist so hart zu lernen!
Im Hintergrund betritt Karola den Raum. Sie wedelt aufgeregt mit den Armen.
Leo (mit Pathos) Die Zeit wird verfälteln…
Karo (atemlos) Leo! Hör nur was ich zu erzählen hab!
Leo (fährt herum) Herrje Karo! Erschrick mich doch nicht so! Beinahe wäre ich von der Leiter gepurzelt!
Karo Schilt mich nicht, bis du gehört hast was ich dir erzählen will. Ich sag dir, es ist ganz unfassbar!
Leo (steigt von der Leiter, streicht sich die Schürze glatt) Nun raus damit!
Karo Ganz unfassbar.
Leo Nun wirst du wohl erzählen was so unfassbar ist?!
Karo Sofort! Wir brauchen einen Champagner!
Sie eilt zur Bar.

Wie ihr sicher schon bei Natron gelesen habt, nähen wir nicht nur gemeinsam Trenchcoats, sondern garnieren Euch das ganze als heitere Liebeskomödie im Stil der Jahrhundertmitte. Spot on für Karo und Leo!

Ich erfülle heute schonmal den ersten Teil des Drehplans, nämlich die Vorstellung der Mitwirkenden. Meinen Trench nach Schnitt 119 aus Burda 03/09 werde ich aus einem camelgrundigen Leopardendruck anfertigen. Diesen Baumwollstoff habe ich bereits vor sehr langer Zeit auf dem Türkenmarkt gekauft. Es ist eigentlich ein Vorhangstoff, deshalb liegt er breiter als die üblichen 150 Zentimeter. Und obwohl Leopardenvorhänge einen nicht zu leugnenden Reiz haben, fasste ich schon damals den Plan hier einen Mantel draus zu machen. Zwischenzeitlich raubten mir aber andere Projekte Teile des designierten Stoffes (da ist er zB unten links in meinem Archivquilt) und ich bin froh, dass ich die großen Schnittteile jetzt noch gerade so herausbekommen werde. Für Kleinteile habe ich noch genug kleinere Stoffstücke, auch wenn man bei diesem Muster ja sowohl auf die Druckrichtung als auch auf den inherenten Farbverlauf achten muss.

Der camelfarbene Grundton des Stoffes erinnert mich an die typische Sandfarbe des klassischen Burberry-Trenchcoats. Die Knöpfe sind aus Hornimitat und streben damit auch dem Original entgegen. Der Rest ist allerdings frei dazuerfundenes Design. Für einen extra couturigen Look mache ich das Futter aus knallgelbem Taft. Die Farbkombination rockt irgendwie.

Knöpfe und Schnallen habe ich in zwei Größen gekauft, sehr burdagetreu werde ich nämlich die Gürtelschlaufen runterknöpfen und auch geknöpfte Schulterriegel machen. Die Ärmelspangen werden vier Zentimeter breit sein und mit einer Lederimitat-Schnalle geschlossen, der Gürtel ebenso in fünf Zentimetern Breite.

Ich hatte überlegt den Saum weiter auszustellen, aber dafür reicht mein Stoff nicht. Eventuell werde ich auch auf einen der beiden Sturmsättel verzichten müssen. Dafür habe ich aber die Schnittteile des Futters verlängert und werde den Mantel komplett füttern, nicht nur im Oberteil wie Burda es vorschlägt. Die Länge behalte ich bei, auch wenn ich den Saum dann mit Schrägband verstürzen muss. Mein Stoff gibt leider keine großen Saumzugaben mehr her. Gefüttert wird das hoffentlich nicht mehr so ins Gewicht fallen.

Soweit mein Plan. Ich freue mich schon jetzt darauf den Trench im Sommer über kurzen Kleidern zu tragen. Für heute könnt ihr, falls interessiert, einen Blick auf die große Version des Trench-Along-Logos werfen. Hier habe ich bei Gil Elvgren abgeschaut und Natron und mich als heiße Pinup-Mädels gezeichnet. Erst daraus entwickelte sich dann übrigens der ganze hollywoodreife Überbau. Man hätte auch einfach zwei Mäntel nähen können. Aber das wäre ja nicht halb so unterhaltsam!

omnia vincit labor

22. Februar 2012 (09:24 h) – Tags:

Musik: Alestorm - The Curse Of Captain Morgan 

Ich würde gerne mal wieder was nähen. Aber ich hab gar keine Lust. Deshalb gibts hier nur die Fortschritte meiner “Jugendstil”-Zeichnung. Auch auf die Gefahr hin, dass sich der Neuheitsfaktor in Grenzen hält.

 

Das hier ist die erste Stufe der Coloration. Die Schattierung auf dem Gewand Laken war relativ vertraut, wenn auch ohne eindeutige Lichtquelle. Die Haare habe ich so gut wie gar nicht schattiert. Aber die Haut! Da bin ich erstmal stumpfdumm genau so rangegangen wie an jede andere Zeichnung. Mit dem Ergebnis, dass ich viel zu viele Details und Abstufungen hatte. Merke: Das Spiel von flächigen und ausgearbeiteten Bereichen ist ein Merkmal diverser Jugendstilkünstler. Bei Mucha sollen manche Bereiche ja fast zweidimensional aussehen. Das Plakative und Dekorative ist Teil der Gesamtwirkung. Also habe ich erstmal nur sehr dezent schattiert. Es war gar nicht einfach, da die Zeichengewohnheiten abzulegen und hat mehrere Versuche gebraucht.

 

Und hier zum Vergleich die aktuelle Version. Am Gesicht habe ich mir nach Rücksprache mit Muchas Werken doch noch ein paar Details erlaubt und vor allem habe ich farbige Schatten in Laken, Schärpe und Haut eingebracht. Die machen sehr viel von dem Wasserfarben-Effekt aus. Auch nicht wenig trägt die Ebene mit der Papierstruktur bei, die ich drübergelegt habe. Mit dem Schmuck bin ich nicht so ganz zufrieden und mit dem Gesicht auch nicht, aber das liegt auch an der Vorzeichnung. Beim nächsten Versuch gehe ich da anders ran. Ist wieder so eine Gewohnheitssache, so zeichne ich halt eine weibliche Figur. Die Jahrhundertwende hatte aber eine anderes Schönheitsideal und wenn man wirklich was derartiges fabrizieren will darf man nicht “modern” zeichnen und nur runde Ornamente in den Hintergrund legen. Wieder was gelernt.

   

Hier seht ihr noch zwei alternative Farbversionen. Damit habe ich ganz schön rumgehühnert. Bei der blonden Dame habe ich den Schmuck anders coloriert und wollte deshalb die restlichen Farben eher gleichtonig gestalten. Dann hat mir die Plastizität des Schmuckes aber nicht wirklich gefallen. Das andere ist ebenfalls in einer Farbwelt gehalten. Rot bietet sich an, überhaupt erscheinen mir warme Farben viel passender als zB blau. Violett scheint gar nicht zu funktionieren.

Nichtsdestoweniger bin ich bei der Farbvariante mit dem hellen Laken und den mahagonifarbenen Haaren geblieben. Vorerst. Jetzt mache ich nämlich erstmal den Hintergrund (mit ubiquitärem runden Zierornament) und färbe den ein. Irgendwie will ich jetzt mal fertig werden, die nächste Idee für eine Zeichnung mit noch verbessertem Jugendstil drängt schon nach vorne.

Sie trug ein grünes Kleid aus kostbarer Seide, die wie ein smaragdgrüner Wasserfall schimmerte.

19. Februar 2012 (19:07 h) – Tags: ,

 Stimmung: Das Mittelalter: unendlicher Kitsch. Wir schreiben das Jahr 1153. Dies sind die Abenteuer von Schundromanleserin Soda.

Ich nutze das Natron & Soda-Forum ja anders als die User. Ich gucke immer erstmal was es zu moderieren gibt, lese auch Themen die mich nicht interessieren um dort Spam zu löschen, die Forumsregeln durchzuprügeln oder mal ein beruhigendes Wort zu aufgebrachten Usern zu sagen. Dabei treibe ich mich vorrangig in den Bereichen rum die unter meiner Adminaufsicht stehen. Das Swapboard gehört nicht dazu. Deshalb gucke ich da selten rein und habe noch nie an einem Swap, also einem themenbezogenen Austausch von selbstgebastelten Geschenken, teilgenommen.

Bis vor Kurzem. Da machte mich Natron auf ein Swap-Thema aufmerksam das meiner anstudierten Klugscheißerei perfekt entgegenkam. Beim sogenannten Schundliteratur-Swap liest jeder Teilnehmer einen möglichst grottigen Trivialroman, kommentiert ihn nach Herzenslust und verschenkt ihn nebst ein paar passenden Kleinigkeiten an seinen Swappartner. Mich über schlechte Literatur mockieren? Mein Spezialgebiet.

Einen wirklich miesen Roman zu finden war gar nicht so einfach wie ich dachte. Sogar die Bahnhofsbuchhandlungen machen neuerdings Einen auf anspruchsvoll. Eine Tour durch die halbe Stadt bescherte mir aber schließlich doch die kitschige Liebesgeschichte zwischen Gwynnie und Pagan. Ein Roman in dem das Mittelalter aus Plastik besteht, alle Personen und Orte die absurdesten Namen tragen und die Protagonisten regelmäßig in pornös bis lächerlichen Beschreibungen übereinander herfallen. Andererseits war es wirklich mal erfrischend so etwas eher anspruchsloses zu lesen, anders wäre ich vermutlich niemals in dieses Genre eingetaucht. Ich will auch nicht von oben herab über diese Art von Nackenbeißer-Roman und seine Leserinnen urteilen, dafür hat es mir irgendwie auch zu viel Spaß gemacht meinen Schundroman zu lesen. Nur die Literaturwissenschaftlerin in mir war natürlich erstmal entsetzt.

Weiter hinten im Buch waren einige Seiten nicht aufgeschnitten, das ist bei der Herstellung wohl einfach schief gelaufen. Ich habe sie dann auch nicht aufgetrennt sondern den Teil der Geschichte der nicht zu lesen war durch ein Alternativkapitel ersetzt. Dabei habe ich versucht den Stil der Autorin nachzumachen, bin mit der Handlung aber absichtlich in sehr absurde Gewässer getaucht. Wer sich dafür interessiert kann meinen Beitrag hier lesen.

Neben dem kommentierten Text galt es das Cover zu gestalten und ein paar Kleinigkeiten zusammenzustellen die dem Empfänger das Lesen vielleicht noch versüßen. Ich habe mich dagegen entschieden die wuchtige Umschlagsillustration keusch hinter einer Hülle zu verbergen. Denn für meinen Geschmack war da noch gar nicht genug Kitsch und Drama drin. Wenn schon, denn schon.

Also habe ich das Bild auf dem Titel als Vorlage verwendet und meine eigene Version davon gezeichnet. Ausgestattet mit mehr Sex und ein paar Details aus der Beschreibung der Heldin. Den Klappentext habe ich ebenfalls neu geschrieben und auch den restlichen Umschlag gestaltet. Titel und Autorin habe ich natürlich beibehalten, aber der Parental Advisory-Sticker war ursprünglich nicht drauf.

Man kann den Titel nicht so gut lesen weil ich ihn mit goldener Acrylfarbe nachgemalt habe. Den Seiten habe ich auch einen Goldschnitt verpasst. Und den Umschlag mit transparenter Folie kaschiert, so ist er ziemlich widerstandsfähig aber durch die Reflektion gehen immer Details verloren. Deshalb ist hier die Zeichnung nochmal in besserer Qualität. Dazu kamen dann noch Text und Sonnenuntergangsstimmung mit Burgen.

So etwas “Erotisches” habe ich noch nie gezeichnet. Zum Glück kann man mir nicht durchs Fenster auf den Monitor gucken, das wäre mir zeitweilig eher unangenehm gewesen. Hat aber Spaß gemacht. Und in der unmittelalterlichen Kleidung der Heldin bin ich total aufgegangen (im ersten Kapitel trägt sie ein Mieder und Rokokoärmel!).

Dazu habe ich eine Art Windlicht gebastelt, in dem ich Szenen aus der Handlung aufgegriffen habe. Das ist schwarze Pappe, hinterklebt mit Transparentpapier. War weniger Arbeit als man annehmen könnte und ich mag den Effekt total. Da kann die Empfängerin ein Wasserglas mit Teelicht oder eine Votivkerze reinstellen, dann leuchtet es so schön farbig durch.

Damit sich das Windlicht besser verschicken lässt, habe ich es noch nicht zusammengebaut. Dafür braucht man dann aber einfach nur die Klebestreifen abzuziehen und es zusammenzusetzen. Bei mir musste es mit Büroklammern halten.

Das zweite Geschenk ist auch ganz flach und einfach zu verschicken. Nämlich ein Lesezeichen. Bietet sich ja irgendwie an. Auch hier habe ich selber gezeichnet, aber diesmal ohne Vorlage. Ich habe versucht Waterhouse abzumalen, aber das hat nicht so geklappt wie ich wollte. Weil ich durch den Roman und mein Gestöber in der Präraffaelitischen Kunst aber schon total eingegroovt war, hat die Zeichnung auch freihand ganz gut hingehauen.

Für die Rückseite habe ich ein Stück goldfarbenes Geschenkpapier mit Hologlitzer verwendet und eine kleine Herkunftsnotiz eingearbeitet. Weil ich das Lesezeichen dann laminiert habe erkennt man auf den Fotos wieder zu wenig Details. Also hier auch nocheinmal die Zeichnung in groß:

Mir haben die visuelle Gestaltung und vor allem die Zeichnungen unheimlich viel Spaß gemacht. Und obwohl mich die populäre, inkorrekte Darstellung des Mittelalters als Disneyworld-Themenpark normalerweise sehr aufregt, bin ich jetzt auf präraffaelitischen Kitsch und Fantasykleider mit weiten Ärmeln aus ganz viel Batist eingeschossen. Zu allem Überfluss hängt in meinem Arbeitszimmer ein Kalender, der jeden Monat ein neues “Mittelalter”-Bild mit schöner Frau und noch schönerem Kleid anbietet. Es kann also sein, dass ich schwach werde und so ein “Herr der Ringe”-Prinzessinnenkleid nähen muss bevor das Jahr zuende geht. Ihr seid gewarnt.

 

Striche und Schnörkel

16. Februar 2012 (21:33 h) – Tags:

 Stimmung: Kopfschmerzen...!

So, es geht weiter. Nachdem ich meine Wohnung geputzt hatte konnte ich natürlich nicht die Finger von Projekt Jugendstil lassen. Die Skizze von gestern habe ich mir als Vorlage blass in den Hintergrund gedruckt und darauf dann die “richtige” Bleistiftzeichnung gemacht. Mit hunderttausend frinzeligen Details.

Dabei habe ich wieder einmal festgestellt, dass es lohnen könnte Bleistifte nach Funktionalität, also beispielsweise in unterschiedlichen Härtegraden, zu kaufen und nicht weil sie einen Glitzerstein aufgeklebt haben. Der hier war für Feinheiten teilweise zu weich.

Die fertige Bleistiftzeichnung habe ich dann wieder eingescannt und die helle Vorzeichnung digital entfernt. Dann habe ich das wieder aufgehellt und nochmal gedruckt. Und diese Version dann mit Fineliner in einer Stärke von 0,1 und 0,3 Millimeter nachgemalt. Nun hat es einigermaßen saubere Konturen die man aber auch nicht zu nah ansehen sollte.

Die stärkere Außenkontur, die Haare, den bauschigen Faltenwurf des Stoffes unten links und die schräg wehende Schärpe habe ich bei verschiedenen Werken Muchas zusammengesammelt.

Wie immer hat eine Zeichnung mit Liner viel weniger Charakter als die Bleistiftversion. Ich werde trotzdem erstmal damit weitermachen, wenn es doch zu digital oder cartoonmäßig wirkt kann ich die Linien immer nochmal in Bleistift machen. Als nächstes folgt jetzt die Coloration. Die werde ich komplett digital machen. In einer analogen Welt käme hier vermutlich der Einsatz der Wasserfarben. Zum Glück habe ich Photoshop, Aquarell kann ich nämlich nicht.

We are scared of the future, too!

15. Februar 2012 (22:36 h) – Tags:

Fragt ihr euch manchmal, wo das Retro-Science-Fiction-Projekt bleibt? Dann kann ich euch beruhigen, das habe ich nicht vergessen. Tatsächlich plane ich bereits an dem nächsten Outfitteil. Allerdings muss ich dafür Material kaufen, sprich: Geld ausgeben. Davon wird im nächsten oder übernächsten Monat mehr vorhanden sein als gerade jetzt. Also schiebe ich das Projekt noch ein wenig, auch wenn ich mich schon diebisch darauf freue.

Glücklicherweise kann ich mein internes Beschäftigungsprogramm aber solange auf den History Channel umschalten. In letzter Zeit hat sich nämlich die Vergangenheit in meinem Kopf einen ganz ansehnlichen Platz neben der Zukunft erarbeitet. Das fing mit dem Mittelalter an (dazu in einem späteren Eintrag mehr) und pendelt sich gerade auf das Ende des neunzehnten Jahrhunderts ein. Nicht unbedingt klamottenmäßig (schlagt mich, wenn ich jetzt auch noch mit einer Tornüre anfange!), aber visuell. Die Präraffaeliten, Wiener Secession, Mucha, Morris… der ganze grandios dekorative Kitsch einer Zeit die sich zukunftsgeängstigt in der Schönheit zu vergraben suchte. Die von mir immer wieder strapazierten Dichter Hofmannsthal und George gehören übrigens auch nicht zufällig in genau diesen Zeitraum.

Ihr seht, es ist etwas Ernstes.

Ich habe etwas mehr gezeichnet in letzter Zeit und es hat sich die Idee herausgebildet in Richtung Jugendstil zu arbeiten. Ich will mal ausprobieren wie nah man an zB Mucha herankommen kann. Das was ich auf Deviantart gesehen habe, hat mich nie begeistert, die Leute gucken einfach nicht genau hin, also probiere ich es selber mal. Nachmalen ist in meinen Augen ein absolut probates Mittel um Kunst und Handwerk zu lernen und zu verstehen.

Das ist meine erste Skizze. Damit wird noch sehr viel passieren. Das sollen Pastellfarben, zarte Schatten und Outlines werden. Und dazu ein verschnörkelter Rahmenhintergrund. Also mal was anderes als meine üblichen Cell-Shading-Sachen mit Lichtschwert und Schlagschatten. Ob mir das gelingt wird abzuwarten sein.

The Royal Wedding: Pippa rechnet ab

3. Januar 2012 (18:24 h) – Tags: , , , , , , ,

Da Natron ja nun ihren Abschlussbericht zur Hochzeit gemacht hat, mag ich auch schnell nachziehen und das schreiben was ich dazu noch sagen wollte.

Ersteinmal wollen wir uns einen Moment Zeit nehmen und das fertige Brautkleid in ganzer Schönheit andächtig genießen:

Es ist ja wirklich sehr schön geworden. Da lohnt sich jedes Rumgezupfe.

Ihr erinnert euch: Natron hatte das Kleid entworfen und ich habe es für sie genäht. Corsage und Weste aus elfenbeinfarbener Seide, Petticoat und Tüllrock aus fast 30 Metern Tüll. Dabei sind das eine oder andere Problem aufgetaucht, aber ich habe sie stur niedergekämpft und bin mit dem fertigen Kleid auch sehr zufrieden gewesen. Der Tüllrock war wirklich sehr bauschig (fürs Auto fast zu bauschig) und vor allem hat mir gefallen, wie viel Effekt die Corsage auch unter der eher lockeren Weste noch hatte. Zusammen mit Natrons roten Accessoires ein wirklich gelungenes Hochzeitsoutfit für das ich natürlich auch am Tag der Trauung die Verantwortung übernommen habe. Sprich, ich habe die Pippa Middleton gegeben und unermüdlich den Saum gerade gezupft bzw der Braut den Lippenstift nachgemalt.

Makeup und Frisur habe ich ihr ebenfalls gemacht, morgens im Hotelzimmer. Normalerweise reichen meine Stylistinnen-Talente gut für den Hausgebrauch, wenns wichtig ist kann ich mich aber auch mal ins Zeug legen. Das lernt man ja auch bei jahrelangen WGT-Besuchen ;)

Neben Frisur, Makeup und Kleid hat die Braut von mir auch noch ein Alternativoberteil für den entspannteren Teil der Feier bekommen. Das “Braut”-Shirt hat leider keiner so richtig gut von vorne fotografiert, dafür sieht man hier aber wenigstens Natrons Wechselschuhe. Ich bin ehrlich überrascht gewesen wie süß Shirt, Tüllrock und Turnschuhe aussehen. Kann vermutlich nicht jede tragen, zum eher unkonventionellen Style unserer Hamburgerin hat es aber wunderbar gepasst. Der Bräutigam wechselte entsprechend von Schlips und Kragen ins Metalshirt. 

A propos Metalshirt. Das war auch den Gästen als Ergänzung zum Anzug freigestellt. Trotzdem haben sie sich alle schick gemacht. Und die wiedervereinte Crew vom Metalcamp war mal ganz schnieke.

Zu Vergleich: So sehen sie normalerweise aus. Kaum wiederzuerkennen ;)

Bevor wir nun zum Trauzeuginnenkleid kommen, möchte ich euch noch was anderes zeigen. Die Royal Wedding-Tasse. Eine kleine Erinnerung für die Gäste der Trauung die Natron und Red sich ausgedacht haben. Das Design im Stil kitschiger Souvenirs für Hochzeitstouristen habe ich gemacht.

Dabei habe ich die royalen Wappentiere durch typische Accessoires aus dem Leben des Brautpaares ersetzt. Weil Tassen wirklich nicht so leicht zu fotografieren sind gibts hier die Entwurfszeichnung (Die Namen der Beiden habe ich verpixelt. Privatsphäre im Internet und so…):

Und nun werfen wir schlussendlich noch kurz einen Blick auf mein Kleid. Das TZK (Trauzeuginnenkleid) habe ich bereits im Frühjahr 2011 genäht. Weil wir bei der Hochzeit im Oktober zwar unglaublich schönes Sonnenwetter hatten, es aber natürlich keine 30°C mehr waren, habe ich noch eine kleine Strickjacke drüber getragen. Und dazu goldenen Schmuck.

Die Frisur war viel unkomplizierter als sie aussieht und ein Klacks im Vergleich zu Natrons Filmdiven-Locken. Mein Kleid aus Goldbrokat neigt leider dazu Fotos durch sein aufdringliches Reflektieren zu verderben. Aber eins hab ich doch:

Und hier, weils so schön ist, noch ein ganz staatstragendes Bild von der Trauung.  Ich durfte Natrons Blumen halten und meine Gefühlslage beim Ja-Wort könnt ihr an meinem Gesicht ablesen: Quietschgerührt.

Nun sind Natron und Red also verheiratet. Ich bin froh, dass ich zur Hochzeit was beitragen konnte und wünsche den beiden eine wunderbare, liebevolle Zukunft.

Meine irrationale Sorge, die beste Freundin durch ihre Hochzeit irgendwie “hergeben” zu müssen, hat sich übrigens nicht erfüllt. Natron und ich sind immernoch genauso dicke wie zuvor. Und genauso albern:

Rock ‘n’ Roll Children

25. August 2011 (16:56 h) – Tags: , ,

Wisst ihr, was ich an der Natron&Soda-Community unheimlich toll finde? Den Austausch mit anderen. Auf Menschen zu treffen, die Sachen können, die ich nicht kann. Von ihnen zu lernen. Oder, wie in diesem Fall, die Produkte der Handarbeit zu tauschen.

Seit mir mal jemand ein Stück selbstgemachte Seife geschenkt hat, verwende ich die unheimlich gerne. Viel lieber als gekaufte. Das Gefühl, dass da jemand mit Liebe und Inspiration seine Vorlieben und seine Persönlichkeit hat mit einfließen lassen, ist durch kein, egal wie edles, Drogerieprodukt zu ersetzen. Blöd ist nur, dass ich selber keine Seifen herstellen kann. Nie gemacht und ehrlich gesagt..auch kein brennendes Interesse, das  zu erlernen.

Geschenke kann man aber nicht kaufen. Also war ich auf das Wohlwollen meiner seifensiedenden Mitnuschen angewiesen. Und hexenstern war so lieb, mir ein paar ihrer hier und hier vorgestellten Seifen, Badebomben und -pralinen zu schicken (Links gehen auf ihren Blog weil im Projektebord schnell geprunt wird). Das Päckchen hat geduftet als ich es aufgemacht habe, sag ich euch! Ich bin immernoch total begeistert. Was da alles drin ist! Ich find auch die gothisch-paganistischen Formen total klasse. Sowas *kann* man ja gar nicht kaufen. Also mein Auskommen im Badezimmer ist gesichert.

Dann wollte ich mich natürlich bedanken. Mit was Selbstgemachtem. Und weil hexenstern ja grade das sehr unterstützenswerte Rockstar-Garderoben-WIP macht, dachte ich mir, ich könnte zu dem Thema was beitragen. Von Rock ‘n’ Roll hab ich ja immerhin schonmal was gehört ;) Der Plan war, meine allerliebste selbstgenähte Einkaufstasche nachzunähen und entsprechend aufzustylen.

Und das ist dabei rausgekommen. Einer meiner zweihundert Leopardendrucke (tatsächlich auch ein “Panthère de Somalie” in anderer Farbstellung), gefüttert in pink und von mir noch mit einem passenden, glücklicherweise gänzlich unsexistischen, Motiv bemalt. An einem Träger habe  ich noch einen ziemlich alten HIM-Schlüsselanhänger befestigt. Steht nicht drauf, dass er von HIM ist, aber hexenstern hat es natürlich sofort erkannt ;)

Hier sehen wir das Motiv nochmal näher. Ich hatte zuerst mit weißer Stoffmalfarbe grundiert und habe dann nach und nach die farbigen Bereiche gemalt. Da habe ich mich zeitlich etwas vergallopiert, hatte unterschätzt wie lange sowas dauert. Den Schriftzug habe ich ganz am Ende ohne Grundierung dazugesetzt. Es ist zwar alles eingebügelt, aber ich würde trotzdem nur sanfte Handwäsche empfehlen, hexenstern.

Das ist ein Blick ins Innere der Tasche. PINK! Es gibt eine kleine Innentasche mit Sternchen am Reißverschluss. Da drin habe ich noch ein Glücksarmband versteckt. Man sieht außerdem, dass ich die Träger der Tasche nochmal über Kreuz abgesteppt habe. Das hatte ich bei meiner Tasche nicht gemacht. Bisher hat sie auch Getränkeeinkäufe problemlos nach Hause geschleppt, aber ganz traue ich der Sache nicht. Deshalb hier auf Nummer sicher.

Das Leopardenband mit Steckschließer und Karabiner ist für den Hausschlüssel. Dann muss man den nicht immer suchen, kann ihn aber auch kurzfristig losmachen. Ja, ich steh auf sinnvolle Gadgets bei selbstgenähten Taschen. Für diese Einkaufstasche schreibe ich übrigens auch eine Anleitung, aber ein sehr epische. Eine, die anfängerproof ist. Deshalb ist sie auch noch nicht fertig.