omnia vincit labor

22. Februar 2012 (09:24 h) – Tags:

Musik: Alestorm - The Curse Of Captain Morgan 

Ich würde gerne mal wieder was nähen. Aber ich hab gar keine Lust. Deshalb gibts hier nur die Fortschritte meiner „Jugendstil“-Zeichnung. Auch auf die Gefahr hin, dass sich der Neuheitsfaktor in Grenzen hält.

 

Das hier ist die erste Stufe der Coloration. Die Schattierung auf dem Gewand Laken war relativ vertraut, wenn auch ohne eindeutige Lichtquelle. Die Haare habe ich so gut wie gar nicht schattiert. Aber die Haut! Da bin ich erstmal stumpfdumm genau so rangegangen wie an jede andere Zeichnung. Mit dem Ergebnis, dass ich viel zu viele Details und Abstufungen hatte. Merke: Das Spiel von flächigen und ausgearbeiteten Bereichen ist ein Merkmal diverser Jugendstilkünstler. Bei Mucha sollen manche Bereiche ja fast zweidimensional aussehen. Das Plakative und Dekorative ist Teil der Gesamtwirkung. Also habe ich erstmal nur sehr dezent schattiert. Es war gar nicht einfach, da die Zeichengewohnheiten abzulegen und hat mehrere Versuche gebraucht.

 

Und hier zum Vergleich die aktuelle Version. Am Gesicht habe ich mir nach Rücksprache mit Muchas Werken doch noch ein paar Details erlaubt und vor allem habe ich farbige Schatten in Laken, Schärpe und Haut eingebracht. Die machen sehr viel von dem Wasserfarben-Effekt aus. Auch nicht wenig trägt die Ebene mit der Papierstruktur bei, die ich drübergelegt habe. Mit dem Schmuck bin ich nicht so ganz zufrieden und mit dem Gesicht auch nicht, aber das liegt auch an der Vorzeichnung. Beim nächsten Versuch gehe ich da anders ran. Ist wieder so eine Gewohnheitssache, so zeichne ich halt eine weibliche Figur. Die Jahrhundertwende hatte aber eine anderes Schönheitsideal und wenn man wirklich was derartiges fabrizieren will darf man nicht „modern“ zeichnen und nur runde Ornamente in den Hintergrund legen. Wieder was gelernt.

   

Hier seht ihr noch zwei alternative Farbversionen. Damit habe ich ganz schön rumgehühnert. Bei der blonden Dame habe ich den Schmuck anders coloriert und wollte deshalb die restlichen Farben eher gleichtonig gestalten. Dann hat mir die Plastizität des Schmuckes aber nicht wirklich gefallen. Das andere ist ebenfalls in einer Farbwelt gehalten. Rot bietet sich an, überhaupt erscheinen mir warme Farben viel passender als zB blau. Violett scheint gar nicht zu funktionieren.

Nichtsdestoweniger bin ich bei der Farbvariante mit dem hellen Laken und den mahagonifarbenen Haaren geblieben. Vorerst. Jetzt mache ich nämlich erstmal den Hintergrund (mit ubiquitärem runden Zierornament) und färbe den ein. Irgendwie will ich jetzt mal fertig werden, die nächste Idee für eine Zeichnung mit noch verbessertem Jugendstil drängt schon nach vorne.

Sie trug ein grünes Kleid aus kostbarer Seide, die wie ein smaragdgrüner Wasserfall schimmerte.

19. Februar 2012 (19:07 h) – Tags: ,

 Stimmung: Das Mittelalter: unendlicher Kitsch. Wir schreiben das Jahr 1153. Dies sind die Abenteuer von Schundromanleserin Soda.

Ich nutze das Natron & Soda-Forum ja anders als die User. Ich gucke immer erstmal was es zu moderieren gibt, lese auch Themen die mich nicht interessieren um dort Spam zu löschen, die Forumsregeln durchzuprügeln oder mal ein beruhigendes Wort zu aufgebrachten Usern zu sagen. Dabei treibe ich mich vorrangig in den Bereichen rum die unter meiner Adminaufsicht stehen. Das Swapboard gehört nicht dazu. Deshalb gucke ich da selten rein und habe noch nie an einem Swap, also einem themenbezogenen Austausch von selbstgebastelten Geschenken, teilgenommen.

Bis vor Kurzem. Da machte mich Natron auf ein Swap-Thema aufmerksam das meiner anstudierten Klugscheißerei perfekt entgegenkam. Beim sogenannten Schundliteratur-Swap liest jeder Teilnehmer einen möglichst grottigen Trivialroman, kommentiert ihn nach Herzenslust und verschenkt ihn nebst ein paar passenden Kleinigkeiten an seinen Swappartner. Mich über schlechte Literatur mockieren? Mein Spezialgebiet.

Einen wirklich miesen Roman zu finden war gar nicht so einfach wie ich dachte. Sogar die Bahnhofsbuchhandlungen machen neuerdings Einen auf anspruchsvoll. Eine Tour durch die halbe Stadt bescherte mir aber schließlich doch die kitschige Liebesgeschichte zwischen Gwynnie und Pagan. Ein Roman in dem das Mittelalter aus Plastik besteht, alle Personen und Orte die absurdesten Namen tragen und die Protagonisten regelmäßig in pornös bis lächerlichen Beschreibungen übereinander herfallen. Andererseits war es wirklich mal erfrischend so etwas eher anspruchsloses zu lesen, anders wäre ich vermutlich niemals in dieses Genre eingetaucht. Ich will auch nicht von oben herab über diese Art von Nackenbeißer-Roman und seine Leserinnen urteilen, dafür hat es mir irgendwie auch zu viel Spaß gemacht meinen Schundroman zu lesen. Nur die Literaturwissenschaftlerin in mir war natürlich erstmal entsetzt.

Weiter hinten im Buch waren einige Seiten nicht aufgeschnitten, das ist bei der Herstellung wohl einfach schief gelaufen. Ich habe sie dann auch nicht aufgetrennt sondern den Teil der Geschichte der nicht zu lesen war durch ein Alternativkapitel ersetzt. Dabei habe ich versucht den Stil der Autorin nachzumachen, bin mit der Handlung aber absichtlich in sehr absurde Gewässer getaucht. Wer sich dafür interessiert kann meinen Beitrag hier lesen.

Neben dem kommentierten Text galt es das Cover zu gestalten und ein paar Kleinigkeiten zusammenzustellen die dem Empfänger das Lesen vielleicht noch versüßen. Ich habe mich dagegen entschieden die wuchtige Umschlagsillustration keusch hinter einer Hülle zu verbergen. Denn für meinen Geschmack war da noch gar nicht genug Kitsch und Drama drin. Wenn schon, denn schon.

Also habe ich das Bild auf dem Titel als Vorlage verwendet und meine eigene Version davon gezeichnet. Ausgestattet mit mehr Sex und ein paar Details aus der Beschreibung der Heldin. Den Klappentext habe ich ebenfalls neu geschrieben und auch den restlichen Umschlag gestaltet. Titel und Autorin habe ich natürlich beibehalten, aber der Parental Advisory-Sticker war ursprünglich nicht drauf.

Man kann den Titel nicht so gut lesen weil ich ihn mit goldener Acrylfarbe nachgemalt habe. Den Seiten habe ich auch einen Goldschnitt verpasst. Und den Umschlag mit transparenter Folie kaschiert, so ist er ziemlich widerstandsfähig aber durch die Reflektion gehen immer Details verloren. Deshalb ist hier die Zeichnung nochmal in besserer Qualität. Dazu kamen dann noch Text und Sonnenuntergangsstimmung mit Burgen.

So etwas „Erotisches“ habe ich noch nie gezeichnet. Zum Glück kann man mir nicht durchs Fenster auf den Monitor gucken, das wäre mir zeitweilig eher unangenehm gewesen. Hat aber Spaß gemacht. Und in der unmittelalterlichen Kleidung der Heldin bin ich total aufgegangen (im ersten Kapitel trägt sie ein Mieder und Rokokoärmel!).

Dazu habe ich eine Art Windlicht gebastelt, in dem ich Szenen aus der Handlung aufgegriffen habe. Das ist schwarze Pappe, hinterklebt mit Transparentpapier. War weniger Arbeit als man annehmen könnte und ich mag den Effekt total. Da kann die Empfängerin ein Wasserglas mit Teelicht oder eine Votivkerze reinstellen, dann leuchtet es so schön farbig durch.

Damit sich das Windlicht besser verschicken lässt, habe ich es noch nicht zusammengebaut. Dafür braucht man dann aber einfach nur die Klebestreifen abzuziehen und es zusammenzusetzen. Bei mir musste es mit Büroklammern halten.

Das zweite Geschenk ist auch ganz flach und einfach zu verschicken. Nämlich ein Lesezeichen. Bietet sich ja irgendwie an. Auch hier habe ich selber gezeichnet, aber diesmal ohne Vorlage. Ich habe versucht Waterhouse abzumalen, aber das hat nicht so geklappt wie ich wollte. Weil ich durch den Roman und mein Gestöber in der Präraffaelitischen Kunst aber schon total eingegroovt war, hat die Zeichnung auch freihand ganz gut hingehauen.

Für die Rückseite habe ich ein Stück goldfarbenes Geschenkpapier mit Hologlitzer verwendet und eine kleine Herkunftsnotiz eingearbeitet. Weil ich das Lesezeichen dann laminiert habe erkennt man auf den Fotos wieder zu wenig Details. Also hier auch nocheinmal die Zeichnung in groß:

Mir haben die visuelle Gestaltung und vor allem die Zeichnungen unheimlich viel Spaß gemacht. Und obwohl mich die populäre, inkorrekte Darstellung des Mittelalters als Disneyworld-Themenpark normalerweise sehr aufregt, bin ich jetzt auf präraffaelitischen Kitsch und Fantasykleider mit weiten Ärmeln aus ganz viel Batist eingeschossen. Zu allem Überfluss hängt in meinem Arbeitszimmer ein Kalender, der jeden Monat ein neues „Mittelalter“-Bild mit schöner Frau und noch schönerem Kleid anbietet. Es kann also sein, dass ich schwach werde und so ein „Herr der Ringe“-Prinzessinnenkleid nähen muss bevor das Jahr zuende geht. Ihr seid gewarnt.

 

Striche und Schnörkel

16. Februar 2012 (21:33 h) – Tags:

 Stimmung: Kopfschmerzen...!

So, es geht weiter. Nachdem ich meine Wohnung geputzt hatte konnte ich natürlich nicht die Finger von Projekt Jugendstil lassen. Die Skizze von gestern habe ich mir als Vorlage blass in den Hintergrund gedruckt und darauf dann die „richtige“ Bleistiftzeichnung gemacht. Mit hunderttausend frinzeligen Details.

Dabei habe ich wieder einmal festgestellt, dass es lohnen könnte Bleistifte nach Funktionalität, also beispielsweise in unterschiedlichen Härtegraden, zu kaufen und nicht weil sie einen Glitzerstein aufgeklebt haben. Der hier war für Feinheiten teilweise zu weich.

Die fertige Bleistiftzeichnung habe ich dann wieder eingescannt und die helle Vorzeichnung digital entfernt. Dann habe ich das wieder aufgehellt und nochmal gedruckt. Und diese Version dann mit Fineliner in einer Stärke von 0,1 und 0,3 Millimeter nachgemalt. Nun hat es einigermaßen saubere Konturen die man aber auch nicht zu nah ansehen sollte.

Die stärkere Außenkontur, die Haare, den bauschigen Faltenwurf des Stoffes unten links und die schräg wehende Schärpe habe ich bei verschiedenen Werken Muchas zusammengesammelt.

Wie immer hat eine Zeichnung mit Liner viel weniger Charakter als die Bleistiftversion. Ich werde trotzdem erstmal damit weitermachen, wenn es doch zu digital oder cartoonmäßig wirkt kann ich die Linien immer nochmal in Bleistift machen. Als nächstes folgt jetzt die Coloration. Die werde ich komplett digital machen. In einer analogen Welt käme hier vermutlich der Einsatz der Wasserfarben. Zum Glück habe ich Photoshop, Aquarell kann ich nämlich nicht.

We are scared of the future, too!

15. Februar 2012 (22:36 h) – Tags:

Fragt ihr euch manchmal, wo das Retro-Science-Fiction-Projekt bleibt? Dann kann ich euch beruhigen, das habe ich nicht vergessen. Tatsächlich plane ich bereits an dem nächsten Outfitteil. Allerdings muss ich dafür Material kaufen, sprich: Geld ausgeben. Davon wird im nächsten oder übernächsten Monat mehr vorhanden sein als gerade jetzt. Also schiebe ich das Projekt noch ein wenig, auch wenn ich mich schon diebisch darauf freue.

Glücklicherweise kann ich mein internes Beschäftigungsprogramm aber solange auf den History Channel umschalten. In letzter Zeit hat sich nämlich die Vergangenheit in meinem Kopf einen ganz ansehnlichen Platz neben der Zukunft erarbeitet. Das fing mit dem Mittelalter an (dazu in einem späteren Eintrag mehr) und pendelt sich gerade auf das Ende des neunzehnten Jahrhunderts ein. Nicht unbedingt klamottenmäßig (schlagt mich, wenn ich jetzt auch noch mit einer Tornüre anfange!), aber visuell. Die Präraffaeliten, Wiener Secession, Mucha, Morris… der ganze grandios dekorative Kitsch einer Zeit die sich zukunftsgeängstigt in der Schönheit zu vergraben suchte. Die von mir immer wieder strapazierten Dichter Hofmannsthal und George gehören übrigens auch nicht zufällig in genau diesen Zeitraum.

Ihr seht, es ist etwas Ernstes.

Ich habe etwas mehr gezeichnet in letzter Zeit und es hat sich die Idee herausgebildet in Richtung Jugendstil zu arbeiten. Ich will mal ausprobieren wie nah man an zB Mucha herankommen kann. Das was ich auf Deviantart gesehen habe, hat mich nie begeistert, die Leute gucken einfach nicht genau hin, also probiere ich es selber mal. Nachmalen ist in meinen Augen ein absolut probates Mittel um Kunst und Handwerk zu lernen und zu verstehen.

Das ist meine erste Skizze. Damit wird noch sehr viel passieren. Das sollen Pastellfarben, zarte Schatten und Outlines werden. Und dazu ein verschnörkelter Rahmenhintergrund. Also mal was anderes als meine üblichen Cell-Shading-Sachen mit Lichtschwert und Schlagschatten. Ob mir das gelingt wird abzuwarten sein.

The Royal Wedding: Pippa rechnet ab

3. Januar 2012 (18:24 h) – Tags: , , , , , ,


Da Natron ja nun ihren Abschlussbericht zur Hochzeit gemacht hat, mag ich auch schnell nachziehen und das schreiben was ich dazu noch sagen wollte.

Ersteinmal wollen wir uns einen Moment Zeit nehmen und das fertige Brautkleid in ganzer Schönheit andächtig genießen:

Es ist ja wirklich sehr schön geworden. Da lohnt sich jedes Rumgezupfe.

Ihr erinnert euch: Natron hatte das Kleid entworfen und ich habe es für sie genäht. Corsage und Weste aus elfenbeinfarbener Seide, Petticoat und Tüllrock aus fast 30 Metern Tüll. Dabei sind das eine oder andere Problem aufgetaucht, aber ich habe sie stur niedergekämpft und bin mit dem fertigen Kleid auch sehr zufrieden gewesen. Der Tüllrock war wirklich sehr bauschig (fürs Auto fast zu bauschig) und vor allem hat mir gefallen, wie viel Effekt die Corsage auch unter der eher lockeren Weste noch hatte. Zusammen mit Natrons roten Accessoires ein wirklich gelungenes Hochzeitsoutfit für das ich natürlich auch am Tag der Trauung die Verantwortung übernommen habe. Sprich, ich habe die Pippa Middleton gegeben und unermüdlich den Saum gerade gezupft bzw der Braut den Lippenstift nachgemalt.

Makeup und Frisur habe ich ihr ebenfalls gemacht, morgens im Hotelzimmer. Normalerweise reichen meine Stylistinnen-Talente gut für den Hausgebrauch, wenns wichtig ist kann ich mich aber auch mal ins Zeug legen. Das lernt man ja auch bei jahrelangen WGT-Besuchen ;)

Neben Frisur, Makeup und Kleid hat die Braut von mir auch noch ein Alternativoberteil für den entspannteren Teil der Feier bekommen. Das „Braut“-Shirt hat leider keiner so richtig gut von vorne fotografiert, dafür sieht man hier aber wenigstens Natrons Wechselschuhe. Ich bin ehrlich überrascht gewesen wie süß Shirt, Tüllrock und Turnschuhe aussehen. Kann vermutlich nicht jede tragen, zum eher unkonventionellen Style unserer Hamburgerin hat es aber wunderbar gepasst. Der Bräutigam wechselte entsprechend von Schlips und Kragen ins Metalshirt. 

A propos Metalshirt. Das war auch den Gästen als Ergänzung zum Anzug freigestellt. Trotzdem haben sie sich alle schick gemacht. Und die wiedervereinte Crew vom Metalcamp war mal ganz schnieke.

Zu Vergleich: So sehen sie normalerweise aus. Kaum wiederzuerkennen ;)

Bevor wir nun zum Trauzeuginnenkleid kommen, möchte ich euch noch was anderes zeigen. Die Royal Wedding-Tasse. Eine kleine Erinnerung für die Gäste der Trauung die Natron und Red sich ausgedacht haben. Das Design im Stil kitschiger Souvenirs für Hochzeitstouristen habe ich gemacht.

Dabei habe ich die royalen Wappentiere durch typische Accessoires aus dem Leben des Brautpaares ersetzt. Weil Tassen wirklich nicht so leicht zu fotografieren sind gibts hier die Entwurfszeichnung (Die Namen der Beiden habe ich verpixelt. Privatsphäre im Internet und so…):

Und nun werfen wir schlussendlich noch kurz einen Blick auf mein Kleid. Das TZK (Trauzeuginnenkleid) habe ich bereits im Frühjahr 2011 genäht. Weil wir bei der Hochzeit im Oktober zwar unglaublich schönes Sonnenwetter hatten, es aber natürlich keine 30°C mehr waren, habe ich noch eine kleine Strickjacke drüber getragen. Und dazu goldenen Schmuck.

Die Frisur war viel unkomplizierter als sie aussieht und ein Klacks im Vergleich zu Natrons Filmdiven-Locken. Mein Kleid aus Goldbrokat neigt leider dazu Fotos durch sein aufdringliches Reflektieren zu verderben. Aber eins hab ich doch:

Und hier, weils so schön ist, noch ein ganz staatstragendes Bild von der Trauung.  Ich durfte Natrons Blumen halten und meine Gefühlslage beim Ja-Wort könnt ihr an meinem Gesicht ablesen: Quietschgerührt.

Nun sind Natron und Red also verheiratet. Ich bin froh, dass ich zur Hochzeit was beitragen konnte und wünsche den beiden eine wunderbare, liebevolle Zukunft.

Meine irrationale Sorge, die beste Freundin durch ihre Hochzeit irgendwie „hergeben“ zu müssen, hat sich übrigens nicht erfüllt. Natron und ich sind immernoch genauso dicke wie zuvor. Und genauso albern:

Rock ’n‘ Roll Children

25. August 2011 (16:56 h) – Tags: ,

Wisst ihr, was ich an der Natron&Soda-Community unheimlich toll finde? Den Austausch mit anderen. Auf Menschen zu treffen, die Sachen können, die ich nicht kann. Von ihnen zu lernen. Oder, wie in diesem Fall, die Produkte der Handarbeit zu tauschen.

Seit mir mal jemand ein Stück selbstgemachte Seife geschenkt hat, verwende ich die unheimlich gerne. Viel lieber als gekaufte. Das Gefühl, dass da jemand mit Liebe und Inspiration seine Vorlieben und seine Persönlichkeit hat mit einfließen lassen, ist durch kein, egal wie edles, Drogerieprodukt zu ersetzen. Blöd ist nur, dass ich selber keine Seifen herstellen kann. Nie gemacht und ehrlich gesagt..auch kein brennendes Interesse, das  zu erlernen.

Geschenke kann man aber nicht kaufen. Also war ich auf das Wohlwollen meiner seifensiedenden Mitnuschen angewiesen. Und hexenstern war so lieb, mir ein paar ihrer hier und hier vorgestellten Seifen, Badebomben und -pralinen zu schicken (Links gehen auf ihren Blog weil im Projektebord schnell geprunt wird). Das Päckchen hat geduftet als ich es aufgemacht habe, sag ich euch! Ich bin immernoch total begeistert. Was da alles drin ist! Ich find auch die gothisch-paganistischen Formen total klasse. Sowas *kann* man ja gar nicht kaufen. Also mein Auskommen im Badezimmer ist gesichert.

Dann wollte ich mich natürlich bedanken. Mit was Selbstgemachtem. Und weil hexenstern ja grade das sehr unterstützenswerte Rockstar-Garderoben-WIP macht, dachte ich mir, ich könnte zu dem Thema was beitragen. Von Rock ’n‘ Roll hab ich ja immerhin schonmal was gehört ;) Der Plan war, meine allerliebste selbstgenähte Einkaufstasche nachzunähen und entsprechend aufzustylen.

Und das ist dabei rausgekommen. Einer meiner zweihundert Leopardendrucke (tatsächlich auch ein „Panthère de Somalie“ in anderer Farbstellung), gefüttert in pink und von mir noch mit einem passenden, glücklicherweise gänzlich unsexistischen, Motiv bemalt. An einem Träger habe  ich noch einen ziemlich alten HIM-Schlüsselanhänger befestigt. Steht nicht drauf, dass er von HIM ist, aber hexenstern hat es natürlich sofort erkannt ;)

Hier sehen wir das Motiv nochmal näher. Ich hatte zuerst mit weißer Stoffmalfarbe grundiert und habe dann nach und nach die farbigen Bereiche gemalt. Da habe ich mich zeitlich etwas vergallopiert, hatte unterschätzt wie lange sowas dauert. Den Schriftzug habe ich ganz am Ende ohne Grundierung dazugesetzt. Es ist zwar alles eingebügelt, aber ich würde trotzdem nur sanfte Handwäsche empfehlen, hexenstern.

Das ist ein Blick ins Innere der Tasche. PINK! Es gibt eine kleine Innentasche mit Sternchen am Reißverschluss. Da drin habe ich noch ein Glücksarmband versteckt. Man sieht außerdem, dass ich die Träger der Tasche nochmal über Kreuz abgesteppt habe. Das hatte ich bei meiner Tasche nicht gemacht. Bisher hat sie auch Getränkeeinkäufe problemlos nach Hause geschleppt, aber ganz traue ich der Sache nicht. Deshalb hier auf Nummer sicher.

Das Leopardenband mit Steckschließer und Karabiner ist für den Hausschlüssel. Dann muss man den nicht immer suchen, kann ihn aber auch kurzfristig losmachen. Ja, ich steh auf sinnvolle Gadgets bei selbstgenähten Taschen. Für diese Einkaufstasche schreibe ich übrigens auch eine Anleitung, aber ein sehr epische. Eine, die anfängerproof ist. Deshalb ist sie auch noch nicht fertig.

Test-Amöbe

6. Juni 2011 (16:50 h) – Tags: , ,

Der schöne Batikstoff von letzter Woche soll ja „eine Art Overall mit Trägern, Smok und Pluderhose“ werden. Was ich dazu im Kopf hatte hab ich auch gleich mal gezeichnet. Auf eine alte Figurine, der Faulheit wegen.

Da war ich mir noch unschlüssig ob ich den ganzen Brustbereich smoken soll oder nur oben zwei Reihen wie gezeichnet. Träger hab ich auch erstmal nicht gemalt. Aber der Farbverlauf sollte so hinkommen.

Für die Hose habe ich den Schnitt von Aladins Jogginghose utilisiert. Allerdings in veränderter Form. Die Seitennähte sind wegrationalisiert, im Schritt ist etwas Weite weggefallen und natürlich habe ich den Bund mit in die Hosenteile reingeschmolzen. Das Oberteil dazu ist nur ein Rechteck und der knappen Stoffbreite wegen sind die Tunnelbesätze für alle gesmokten Bereiche extra angefügt. Diese gewagte Konstruktion musste ich erstmal testen.

Für einen Testeinteiler bot sich ein dunkelblaues Kreppgewebe an, das ich vor einiger Zeit gekauft hatte. Ganz leicht, aber nicht transparent. Damit habe ich den Schnitt gestern probegenäht.

   

Mit diesem Kleidungsstück hätte ich also den Trend „Overall“ bedient. Wobei es genaugenommen eher einem „Sarouall“ ähnelt. Das ganze hat zwei Meter Stoff und unendlich viel Gummiband verschlungen (hab mit Gummi in Tunneln gesmokt, auch der Faulheit wegen). Die Bestände von Letzterem müssen morgen auf dem Türkenmarkt aufgefüllt werden.

Was ich jetzt noch ändern werde: Hose kürzen, Oberteil verlängern, damit würde der Gummi auf Hüfthöhe etwas weiter runterkommen und das fände ich ganz gut. Eventuell noch minimal Weite aus dem Schritt nehmen. Träger werde ich wohl nicht mehr rannähen. Ich hab in blau extra welche gemacht, aber ohne ist es irgendwie…cooler. Mit gut ausgemessenem Gummi rutscht es auch nicht über die Brust.

Mal wieder sicher nicht Jedermans Style. Zugegeben, es trägt sich einfacher wenn man einen guten trägerlosen BH besitzt, in einer Umgebung wohnt die bekloppte Klamotten kommentarlos toleriert und seine Schultern schöner findet als seine Beine. Ich mags: luftig, sommerlich, unkompliziert im Styling. Ich freu mich schon auf die Version mit Farben und Glitzer, hab aber auch den blauen Einzeller Einteiler heute schon begeistert ausgeführt.

Unmoderne Kunst

24. Mai 2011 (16:01 h) – Tags: , ,

Vor einer Weile hatte ich erzählt, dass ich bei meiner Mutter Treppenhaus und Flur renoviert habe. Inzwischen ist die Farbe trocken und wir haben die ganze Aktion jetzt abgeschlossen indem wir die 73 Bilder die bei meiner Mutter im Treppenhaus hängen wieder an die Wände gebracht haben. Eins hab ich mir allerdings unter den Nagel gerissen.

Das habe ich, wie der Datierung zu entnehmen ist, 1997 mit Ölfarben auf Leinwandkarton gemalt. Die Vorlage war ein winziger Ausriss aus einer Fernsehzeitung. Erstaunlicherweise gefällt es mir immer noch, auch wenn die Gruftiephase in den letzten vierzehn Jahren doch schon deutlich abgeklungen ist ;) Ich mag Ölfarben, sowohl in der Verarbeitung als auch im Endergebnis. Und den Geruch von Leinöl toppt so schnell auch nichts. Leider ist es immer so eine elendig langatmige Angelegenheit und ich habe in den letzten Jahren ohnehin sehr sehr wenig gemalt.

Da ich nun aber endlich mal eins meiner alten Bilder wieder zurück nach Hause geholt habe (die meisten habe ich wirklich verschenkt), sollte es auch eine schöne Präsentation bekommen. Ich glaube, ich hatte damals für ein Passepartout gemalt, habe es dann aber doch weggelassen. Heute habe ich nun eins aus schwarzem Papier geschnitten. Braun wäre mir lieber gewesen, ich hatte aber in keinem meiner zahlreichen Ton- und Farbpapierblöcke einen schönen Braunton.

Weil das schwarze Passepartout ein wenig zu heftig war, habe ich noch Jugendstil-Schnörkel und Linien mit goldfarbenem Gelstift aufgezeichnet. Jetzt ergänzt das Bild die Sammlung alter Fotografien und Kitschteile im Schlafzimmer. Hätte ich ein eigenes Treppenhaus, hätte ich auch mindestens 73 Bilder dort zu hängen.

benchmark digital painting

26. März 2011 (14:19 h) – Tags: , ,

Ich habe ja in letzter Zeit viel am Rechner gezeichnet und mir dabei einen Bereich nach dem anderen erobert. Erstmal habe ich mich von Bleistift und Transparentpapier gelöst und auch die allerersten Skizzen und Outlines komplett digital gezeichnet. Das war schonmal ein relativ großer Schritt. Der nächste war dann, die Konturen komplett loszuwerden. Ich hab im Prinzip nix gegen Konturen, aber ich möchte gerne erstmal mutig in Richtung digital painting stürmen und so viel lernen wie irgend möglich, bevor ich am Ende vielleicht wieder zu den Konturen zurückkomme.

Mein erstes Bild ohne Konturen war Natrons Hochzeitslogo, das zeige ich euch bei Gelegenheit auch mal in groß. Das zweite ernsthafte war dann dieses hier.

Ich weiß, das der Hintergrund mehr als blarg ist. Zwischen einem einfarbigen Hintergrund mit Schatten und megafrinzeligen hundertausend Details habe ich noch nicht das richtige für mich gefunden. Dementsprechend waren die Personen auch relativ flott fertig und ich habe mich erst heute zu wenigstens einem blargsigen Hintergrund durchgerungen. Ich verwende das momentan als Wallpaper, da kann es ja auch ruhig etwas langweilig sein. Fürs Zeigen habe ich den Hintergrund jetzt nochmal etwas verkleinert und geschnitten.

Für das Gesicht des Mädchens habe ich ein Foto als Referenz herangezogen, alles andere habe ich frei Hand gezeichnet und schattiert. Proportionsfehler und Lichtblödsinn nicht ausgeschlossen. Es geht hier vor allem ums Üben, aber es macht natürlich mehr Spaß, wenn man an etwas übt was einem grade gefällt. Deshalb wiedermal das Retro-Sci-Fi-Universum. Mir gefiel dieser „Oh fuck!“-Moment, das ist ein bisschen Action und man kann beim Zeichnen weiterspinnen, ob sie nun das Lichtschwert ziehen wird, wer der Angreifer ist und was das ganze überhaupt für eine Situation ist.

Im Prinzip bin ich mit dem Bild wirklich zufrieden. Es markiert den Schritt auf ein neues Level und hat auch viel Spaß gemacht. Aber es gibt natürlich noch ganz viel, was ich in Zukunft besser können möchte. Mit den Schattierungen habe ich mich hier ziemlich ausgekekst. Das könnte noch viel lässiger werden, Details da wo sie sein müssen, aber halt auch detailarme hingeworfene Bereiche. Die Texturen sind auch noch sehr armselig. Metall, Stoff, Haut, Haare… alles noch viel zu ähnlich. Für zB die Haare gibt es aber ganz wunderbare Tutorials, da geht auf jeden Fall noch was. Den Hintergrund hatte ich ja schon erwähnt. Mit Farben und farbigen Schatten habe ich hier sehr wenig gearbeitet, das sollte auch weiter ausprobiert werden

Während des Entstehungsprozesses habe ich immer wieder einzelne Stadien gespeichert. Unter anderem, weil ich sie Natron zeigen und konstruktive Kritik einheimsen wollte. Am Ende habe ich aus den Mocks eine Work-In-Progress-Animation gebaut. Etwas größere Datei und ziemlich giffig, aber ein nettes Gimmick :)

Wo ist Deluxe Paint wenn man ihn braucht?!

20. März 2011 (17:55 h) – Tags: , , , ,

Meine frisch aufgefüllten Jerseybestände haben mir keine Ruhe gelassen. Ich habe mal angefangen Farbkombinationen auszuprobieren und auch den Schnitt vom Nasakleid in meinem Kopf nochmal abgewandelt. Das wäre dann ein Shirt mit zwei geschwungenen Blenden über der Brust, ohne farbige Saumabschlüsse. Das könnte man natürlich auch als Kleid nähen. Oder mit langen Ärmeln und da die beiden Streifen nochmal aufgreifen. Oder die Farbaufteilung vom Nasakleid als Shirt. Schon die Schnittvarianten geben zu viel Versionen her. Und dann die Farben!

Das wäre die Tropiclimonadenversion in gelb. Da geht aber farblich noch viel mehr! Ich habe meine einfarbigen Jerseys und auch die Reste davon rausgekramt und geprüft wer noch was hergeben würde. Dabei bin ich ohne doppelte schon auf einundzwanzig Farben gekommen.

Nicht alle davon würden noch für ein ganzes Shirt oder Kleid reichen, manche ergeben noch grade so eine Blende. Ich habe dann zum Rumschieben und Ausprobieren von jedem eine Ecke abgeschnitten. Zuerst die, aus denen noch ganze Shirts bz Kleider werden könnten.

Und die nächsten sind, wie gesagt, nur für kleine Bereiche verwendbar:

Daraus kann ich jetzt was zusammenstellen. Ein paar spontane Ideen habe ich im Photoshop schon ausprobiert, ich fänds aber schön, wenn von euch vielleicht noch wer einen Vorschlag hat. Ich bin von den Möglichkeiten ehrlich gesagt etwas überfordert ;)

Da hätte man auch schön ein animiertes gif draus machen können. Oder, noch besser wäre eine Farbwechsel-Funktion wie es früher bei Deluxe Paint auf dem Amiga gab *g*

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